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Bart-Feuerwürmer hat sicher jeder von uns, der schon mal im Mittelmeer oder an den Kanarischen Inseln getaucht ist, gesehen. Mit ihren Maßen von durchschnittlich eher 15 Zentimeter Länge – sie können bis zu 30 Zentimeter erreichen – und der langsamen Fortbewegung verteidigen sie sich bestimmt nicht wie eine dicke Muräne und attackieren auch nicht wie ein genervter Schwertwal. Immerhin aber beschäftigt sich sogar die Wissenschaft abseits der Marinebiologie mit den Amphinomidae, wie die Familie der Feuerwürmer zoologisch bezeichnet wird.
Der Bart-Feuerwurm ist der Vertreter dieser Vielborster, der uns beim Tauchen wohl am häufigsten begegnet. Er lebt vorzugsweise in Tiefen vom Flachwasser nahe der Oberfläche bis hinab auf 30 Meter. Bereits 2024 hatte ihre Population im östlichen Mittelmeer derart stark zugenommen, dass dies durch die internationale Medienlandschaft ging. Vor allem die Adria und große Teile der italienischen Küste waren betroffen. Einmalig ist dies nicht geblieben, denn 2025 führte der Stern den Bart-Feurwurm in seinem Artikel „ Diese gefährlichen Tiere sind echte Urlaubsverderber“.
So putzig die federartigen Borsten auch aussehen mögen – sie dringen bei Berührung in die Haut ein, brechen und geben ein Gift ab
Und da ist was dran, auch was uns Taucher angeht. Denn so putzig die kleinen Viecher aussehen mögen, verfügen sie doch über toxische Substanzen, die je nach Empfindlichkeit der Betroffenen lang anhaltende, teils mehr oder weniger heftige Schmerzen verursachen. Gelegentlich stellt sich Übelkeit ein oder sogar Schwindel. Es wird zudem angenommen, dass sie bei dafür anfälligen Menschen, ähnlich wie Bienengifte, heftige allergische Reaktionen hervorrufen können, die zu gravierenderen Problemen als nur starkes Brennen oder länger anhaltendes Taubheitsgefühl führen. Ist jemand also wissentlich unempfindlich für solche an sich leichten Toxine, sollte alles glimpflich verlaufen. Im Gegensatz dazu kann das Gift von Feuerwürmern für Allergiker sehr gefährlich werden. Einen Riesenvorteil haben wir Aquanauten natürlich: keiner zwingt uns die eigentlich hübschen Biester anzufassen( soll ja generell mit jedem Getier Unterwasser sein gelassen werden).
Aber mal Hand aufs Herz: wer hat sich( auch ohne Handschuhe) noch nie an einem Felsen oder am Wrack mal vorsichtig abgestützt? Womit sich mal wieder die Frage stellt, wie sinnvoll oder sinnlos ein generelles Handschuhverbot beim Tauchen ist. Dazu kommt ja Folgendes: Die auffälligen rötlichen Partien der Bart-Feuerwürmer( zuweilen dominiert auch ein bräunlicher Ton) ist natürlich nur im Lampenschein oder auf Fotos mit Blitz als sozusagen optisches Alarmsignal zu sehen.
Dieser Umstand zusammen mit einem nicht vorhandenen – weil erstens Wurm, zweitens für ihn unnötig – Fluchtreflex macht das Tier selbst auf den Felsenrif-
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