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divingEurope 2|2018 Die kräftigen und erkennbaren Kiefer outen den Meeraal eindeutig als Raubfisch. Große Augen ermöglichen die für die Jagd nötige gute Nachtsicht (ob.) durchweg harmlos. Für seinen Verwandten, dem wir Taucher gar nicht so selten im Mittelmeer und Ostatlantik begegnen, darf der letzte Satzteil da- gegen durchaus in Frage gestellt werden. Meeraale oder Conger (wissenschaftlich Conger conger) sind die bekanntesten der rund deutlich mehr als 100 „aalartigen“, wie es in der Zoologie so schön heißt, die im Meer leben. Der Conger ist wie die meisten Meeresbewohner weder eine blutrünstige Bestie noch ein Monster. Allerdings können einzelne Exemplare durchaus Längen um 2,5 Meter erreichen. Solche Viecher wiegen dann auch schon mal locker 60 Kilo, wobei Weib- chen größer werden als Männchen. Die Tiere 164 können es auf ein Alter zwischen 15 und 20 Jah- re bringen. Weil der Lebensraum der Meeraale bis in circa 250 Meter Tiefe reicht, dürften solche Exemplare in den Sporttauchtiefen vermutlich eher selten sein. Aber selbst weniger eindrucks- vollen Vertretern sollte sich stets mit Vorsicht ge- nähert werden. divingEurope ist ja nun wirklich nicht als Revol- verblatt des Tauchjournalismus bekannt. Aber einige belegte Conger-Angriffe machen deut- lich, dass mit diesem Räuber nicht gut Kirschen essen ist. Vor allem, wenn die Tiere angefüttert wurden. So wie vor rund 30 Jahren in Südfrank- reich. Vor der Küste der Cote d‘Azur gab es ein