divingEurope 1|2026 | Nr. 45 | Page 62

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gibt es wohl nur eine Hand voll Sichtungen. Und warum das so ist? Im Frühjahr steigt immer nährstoffreiches Tiefenwasser nach oben und so zeigt sich manche Tiefseeart dann in gut machbaren Sporttauchertiefen. Daher wird wohl auch seine Färbung herkommen, die dem tieferen und dunkleren Lebensraum bis 700 Meter Tiefe angepasst ist, den es nicht weit vom Cap de Creus entfernt tatsächlich gibt. Ein Unterwassercanyon beginnt recht nahe an der Küste, nur ein paar Kilometer entfernt und verläuft durch den Kontinentalschelf, der Region vor der Küste. Der Eingang zur Tiefsee, die dann bis zu 2000 Meter Tiefe abfällt, fängt zwischen 110 bis 130 Meter an. Und genau von dort ist unser Young-Star vermutlich gekommen, um Nahrung wie Zooplankton in wärmeren Regionen zu finden, vielleicht auch Quallen und Salpen. Solche Jungfische sollen als Teil ihrer Überlebensstrategie nicht selten im Schutz von schwimmenden Objekten, Quallen oder auch mal Schildkröten gesehen worden sein. Das passt zumindest zur Boje, wenn diese auch fest verankert wurde.
Jedenfalls war der juvenile Schwarze Kaiserfisch, wie er auch noch genannt wird, eine Woche lang rund um die Boje zu beobachten, was auch die hiesige katalanische Presse aufhorchen ließ und darüber berichtete. Hene Rohrers Bilder wurden so über die Grenzen hinweg recht bekannt, weil sie auch gut fotografiert wurden und unser divingEurope- Leser berichtete uns sofort über diese einzigartige Begegnung.
Zur Biologie des umgangssprachlich genannten Schwarzen Kaisers( Imperial Blackfish), Kaiserlichen Schwarzfisches, ovalen Quallenfressers oder auch ovalen Trolls: bereits 1833 hat ein gewisser Herr Cuvier darüber berichtet. Er soll zwischen 60-80 Zentimeter groß werden, manchmal sogar 100 Zentimeter und die Art gehört in die Kategorie
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