Die positive Gratiszeitung KW 43 22 | Page 12

12 25 . Oktober 2022 • WERBUNG

Das Leserad macht Lust auf mehr

Von Juni bis Oktober war in drei Rieder Kindergärten mehrsprachige Leseförderung angesagt .
RIED . Bereits seit dem Sommer 2021 tourt das Leserad der Stadtbücherei durch Ried . Heuer konnte das erfolgreiche Projekt durch eine Förderung des Landes noch einmal ausgebaut werden . In Zusammenarbeit mit den Rieder Kindergärten soll dadurch insbesondere die Lesekompetenz bei mehrsprachigen Kindern gefördert werden .
VON DER IDEE ZUR UMSETZUNG : DAS LESERAD Im Rahmen ihrer Bibliothekarsausbildung kam Marlene Berg die Idee , eine Veranstaltung für Kinder ins Leben zu rufen . „ Durch meine vorherige Arbeit war mir die Mehrsprachigkeit dabei ein besonderes Anliegen “, berichtet die leidenschaftliche Bibliothekarin . Da es in der Stadtbücherei allerdings an Platz mangelt , um dieses Vorhaben umzusetzen , wurde das Leserad geboren .
Mit bis zu 100 Büchern gingen im Sommer des Vorjahres 15 ehrenamtliche Vorleserinnen mit dem Leserad auf Tour , um im Stadtpark mehrsprachige Leserunden abzuhalten . Im Gepäck hatten diese dabei eine große Bandbreite an Lesematerial zum Durchblättern und Kennenlernen – nicht nur für die Kleinen , sondern auch für die Eltern .
DAS LESERAD KOMMT ZU DEN LESERN VON MORGEN Auf der Suche nach weiteren Nutzungsmöglichkeiten kam den Projektbetreuerinnen Marlene Berg und Ursula Sitar die Idee zur Zusammenarbeit mit den Kindergärten . „ Das Ziel des Leserads ist es , das Lesen als Schlüsselkompetenz zu fördern . Bereits in den ersten Lebensjahren ist es besonders wichtig , einen positiven Bezug zum Medium Buch herzustellen und auszubauen – so wird der Grundstein für eine spätere erfolgreiche Bildungslaufbahn gelegt . Speziell ist dies für Kinder aus Elternhäusern wichtig , in denen Schriftsprachkultur aus verschiedensten Gründen nicht gelebt wird oder werden
Fotos : Susanne Gadermeir
Kindergartenleiterinnen Karin Stangl , Elke Pfeil-Stüber und Kathrin Steindl , Bibliothekarinnen Ursula Sitar und Marlene Berg mit Helene Hauser
kann , zum Beispiel weil die Eltern selbst nicht bewandert in der ( deutschen ) Schriftsprache sind “, erklären die Büchereimitarbeiterinnen .
EIN RUNDHERUM GELUNGENER PRAXISTEST Im Raimund- , Elisabeth- und Rosegger-Kindergarten wurde die Idee des Leserades begeistert angenommen . Denn mit diesem Projekt wird auch eine Wertschätzung für die Muttersprachen der Kinder ausgedrückt . Beim mehrsprachigen Vorlesen sollen zudem die Eltern miteingebunden werden . Sowohl die Bibliothekarinnen als auch die Kindergartenleiterinnen sind sich einig , dass die Kooperation rundum gelungen ist , einen fortführenden Aspekt in Sachen Sprachförderung mit sich bringt und aufzeigt , wie wertvoll das Vorlesen ist .
Je nach ( Themen- ) Wunsch wurden dazu in der Bücherei Medienboxen gepackt , die mehrsprachige Bücher enthalten . Mit dem Leserad ging es dann ab zum Kindergarten , wo Helene Hauser auch gemeinsame Aktivitäten mit den Kindern umsetzte . Die ausgebildete Kindergartenpädagogin erzählt : „ Es war eine überaus spannende und bereichernde Erfahrung – für die Kinder , die mir sehr aufgeschlossen entgegentraten , aber auch für mich ! Das Projekt sollte auf jeden Fall weitergeführt werden “!
Neben Büchern finden im Leserad noch unterschiedlichste Dinge Platz , wie ein Kamishibai ( jap . Erzähltheater ), ein Bodenbild , Lieder oder Fingerspiele , da neben dem Vorlesen auch Bewegung und Aktivität eine große Rolle spielen .
GROSSE PLÄNE FÜR DIE ZUKUNFT Die zehn genehmigten Termine sind nun mit Ende Oktober abgeschlossen , doch die Motivation ist durch den Erfolg noch gewachsen . „ Unser Projekt ist definitiv angelegt , um zu bleiben ! Sofern das Leserad vom Land erneut gefördert wird , soll es auch nächstes Jahr wieder die Leseförderung der Kleinen vor Ort unterstützen . Viele weitere Ideen schlummern außerdem noch in der Schublade . So sind u . a . Kooperationen mit der Musikschule oder ein Besuch im Seniorenheim uvm . denkbar “, erzählt Marlene Berg .
Doch das ist noch nicht alles : auch für die Stadtbücherei hat das Team so seine Vorstellungen : „ Unser besonderer Wunschtraum ist , die Bücherei in ein ‚ Haus der Begegnung ‘ zu verwandeln . Mit Aufenthaltsräumen bzw . -flächen , wo u . a auch Jugendliche einfach sein können , die Ruhe genießen , die Medien durchstöbern und wo man sich ohne Konsumzwang erwünscht fühlt . Denn das ist die Essenz unseres tollen Angebotes “, sind sich Ursula Sitar und Marlene Berg einig .
FÜR ALLE INTERESSEN UND GESCHMÄCKER WAS DABEI Neben der Förderung der Lesekompetenz in den Kindergärten soll das Leserad auch Bewusstsein für die vielfältige Auswahl der Stadtbücherei schaffen und – speziell bei Familien – dazu beitragen , Hemmungen zu überwinden . „ Wir möchten damit zeigen : wir haben nicht nur ein tolles Angebot , sondern es steht für alle zur Verfügung ! Jeder darf zu uns kommen und kann gegen sehr geringe Kosten von dem vielfältigen Medienschatz profitieren !“, freuen sich die Bibliothekarinnen .
Neben Klassikern und aktuellen Neuheiten aus der Welt der Romane stehen in der Rieder Stadtbücherei u . a . Pappbilder- bzw . Bilderbücher , Lernhilfen , Leichter Lesen Texte , DVDs , Tiptoi Bücher , Zeitschriften , Reiseführer , alles zum Thema Kochen , Garten oder Architektur , zahlreiche englische Bücher und natürlich auch die beliebten Tonies zur Verfügung . Zudem haben Mitglieder mit ihrem Bibliothekskonto Zugriff auf das umfassende eBook-Angebot von media2go .
„ Für Anregungen rund um unsere Bücherei oder das Sortiment steht unseren Besuchern auch die ‚ Wunschbox ‘ zur Verfügung . Wenn möglich kaufen wir gerne die Medien an , welche unsere Leser sich wünschen !“, ergänzt die Leiterin der Stadtbücherei Karin Mair .
Information
Öffnungszeiten : Dienstag , Donnerstag und Freitag : 9 – 12 Uhr und 13 – 17 Uhr Samstag : 9 – 12 Uhr
Kontakt : Roßmarkt 29 , 4910 Ried bücherei . ried . at