Die positive Gratiszeitung KW 23 22 | Page 16

16 8 . Juni 2022 • WERBUNG

„ Definitiv kein verlorenes Jahr !“

Alina Salhofer berichtet über ihr Freiwilliges Soziales Jahr an der Adalbert Stifter Schule in Ried .
RIED , EITZING . Die 20-jährige Eitzingerin Alina Salhofer absolviert gerade ihr Freiwilliges Soziales Jahr ( FSJ ) an der Adalbert Stifter Schule in Ried . Bei einem Besuch vor Ort gibt sie Einblicke in ihre Aufgaben , in den Schulalltag und in den persönlichen Entwicklungsprozess , den sie seit Beginn ihres FSJ durchlaufen hat .
Wie bist du auf die Idee gekommen , ein FSJ zu machen ? Ursprünglich wollte ich nach meinem Abschluss an der HBLW Ried Logopädie studieren , was leider nichts geworden ist . Durch eine ehemalige Schulkollegin lernte ich dann die Möglichkeit eines Freiwilligen Sozialen Jahres kennen . Ich sah dies als Chance in die Berufswelt hineinzuschnuppern und Praxis im Sozialbereich zu erhalten . Darum habe ich eine Bewerbung an den Verein zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste geschickt . Bei einem Kennenlerngepräch wurde ich nach meinen Interessen gefragt . Diese werden ebenso wie bevorzugte Arbeitsorte bei den Vorschlägen von Stellen berücksichtigt . Nach einem Schnuppertag in der Adalbert Stifter Schule konnte ich selbst entscheiden , ob ich hier mein FSJ absolvieren möchte .
Was sind hier deine Aufgaben ? Meine Arbeitszeiten sind jeweils von 7 bis 13.15 Uhr plus einmal nachmittags . Morgens und mittags übernehme ich die Beaufsichtigung der
Bus-Kinder . Während der Schulstunden bin ich großteils in den Integrations- und Förderklassen , wo ich die Kinder begleite – sei es bei alltäglichen Aufgaben oder als Hilfe beim Lernen . Manche brauchen mehr Zuwendung , diese unterstützt man dann zum Teil auch im Einzelsetting . Im Endeffekt helfe ich da , wo ich gebraucht werde . Der Schulalltag ist bei uns auch etwas anders als in einer „ normalen “ Klasse . Wir gehen viel raus in den Garten oder Kochen auch gemeinsam mit den Kindern .
Direktorin Maria Wageneder
„ Die jungen Erwachsenen , die ein FSJ bei uns an der Stifterschule absolvieren , bringen neue Ideen und Abwechslung mit und sind dadurch eine große Bereicherung . Auch diese erhalten dabei wertvolle Erfahrungen fürs Leben . Eine Win-Win-Situation für alle . Darum würden wir uns sehr freuen , wenn sich auch für den kommenden Herbst wieder jemand meldet !“
Kannst du dir vorstellen auch in Zukunft mit beeinträchtigten Kindern zu arbeiten ? Eher nicht . Aber das liegt nicht daran , dass mir die Arbeit hier keinen Spaß macht . Im Alltag merkt man schnell , dass man alle Kinder , unabhängig von ihrer Beeinträchtigung , wie „ normale “ behandeln sollte . Jedes hat seine Eigenheiten und vielleicht verstehen nicht alle , was man genau zu ihnen sagt , aber sie merken , wie man mit ihnen umgeht . Es ist für mich eine tolle Erfahrung mit den beeinträchtigten Kindern zu arbeiten , denn sie sind ehrlich . Darum ist es umso schöner , wenn sie dir zeigen , dass sie dich mögen – dafür bin ich sehr dankbar ! Auch im Team wurde ich von Beginn an herzlich aufgenommen und fühle mich als Teil davon . Wenn ich daran denke , dass das Schuljahr bald vorbei ist , tut es schon ein bisschen weh , wieder gehen zu müssen .
Allerdings habe ich in der Zeit hier auch für mich herausgefunden , dass mir die kreative Ader für diesen Bereich fehlt . Ich habe mich entschieden Lehramt zu studieren , aber für die Oberstufe . Ich bin eher die Lehrende , als diejenige , die vor Bastel-Ideen und Ähnlichem nur so sprüht . Dafür bewundere ich meine Kollegen hier , von denen ich in dieser Hinsicht sehr viel lernen konnte . Aber auch mich selbst konnte ich in den letzten Monaten mehr kennenlernen und weiß nun viel besser , wohin mich mein Weg führen soll !
Was würdest du jemandem empfehlen , der überlegt ein FSJ zu machen ? Das vergangene Jahr war für mich eine wichtige Zeit der Entscheidungsfindung . Auch wenn der Bereich vielleicht nichts für meine eigene Zukunft ist , so ist die Zeit eine wertvolle Erfahrung , die mich selber als Person wachsen und reifen hat lassen .
Direkt nach der Schule steht man zwischen Jugendlicher- und Erwachsenenrolle . Die Gelegenheit in die Berufswelt zu schnuppern , hat mich lernen lassen , wie man als Erwachsener auftritt , es hat mich selbstsicherer werden lassen . Insbesondere im Umgang mit den beeinträchtigten Kindern , bei denen ich am Anfang ziemlich unsicher war , habe ich gelernt auf meine Intuition zu hören . Zugleich habe ich eine Geduld entwickelt , die ich vorher nicht für möglich gehalten habe .
Egal , was viele sagen mögen , das Freiwillige Soziale Jahr ist definitiv keine Zeitverschwendung oder ein verlorenes Jahr !
Dankeschön für das Gespräch ! Susanne Gadermeir
Das FSJ
Detaillierte Infos zum Freiwilligen Sozialen Jahr in Österreich sowie die Möglichkeit zur Bewerbung gibt es unter : www . fsj . at