mehr oder weniger schnell – je nach ihren Möglich-
keiten innerhalb dieses Stroms von Menschen und Ma-
schinen. Mittendrin steht ein Polizist, der diese Ströme
und Bewegungen leitet wie ein Dirigent sein Orchester.
Manh Ngoc Nguyen hat diese Situation fotografisch zu
einem faszinierenden Bild verdichtet. „Der Fotograf hat
nicht nur die besondere Situation gesehen, sondern er
hat mit fotografischen Mitteln wie Langzeitbelichtung
und erhöhtem Aufnahmestandpunkt das wuselige
Chaos und damit die Aussage des Bildes erst ermög-
licht“, begründet die Jury ihre Entscheidung. Tatsäch-
lich ist es die lange Belichtungszeit, die unterschiedliche
Geschwindigkeiten im Bild sichtbar macht: Je schneller
sich einzelne Motivteile bewegen, desto unschärfer
werden sie auf dem Foto. Und wer oder was sich gar
nicht oder nur wenig bewegt, wird entsprechend scharf
abgebildet. Der einzelne Polizist versucht, die Bewe-
gungen um sich herum zu leiten. Das menschliche
Auge kann solche Schärfe-Unschärfe-Relationen von
sich aus nicht wahrnehmen – das gelingt nur durch die
Möglichkeiten des fotografischen Bildes.
Kategorie-Sieger People:
„Ein Lächeln sagt alles“
von Florian Bernhardt aus Deutschland
Dem großen Universalgenie Leonardo da Vinci wird
der Satz zugeschrieben, dass „die Augen der Spiegel
der Seele“ sind. Das Siegerbild in der Kategorie Mensch
von Florian Bernhardt aus Deutschland ist ein solches
„Augen-Seele-Bild“ und lebt vor allem durch die un-
glaubliche Ausstrahlungskraft dieser Kinderaugen, die
voller Freude und unvoreingenommener Begeisterung
in das Objektiv des Fotografen schauen. Durch die
Wahl einer eine großen Blendenöffnung und er damit
verbundenen geringen Schärfentiefe hat der Fotograf
die Augenpartie des Mädchens visuell aus der Umge-
„Fotografie hält den entscheidenden Moment
fest und macht ihn so für andere Menschen
sichtbar und erlebbar.“
Wolfgang Heinen, Juror
www.cewe-fotoservice.de
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