CEWE OnTour 01/2019 | Page 24

Reisen Absolute Spitze Doch, die Freiheitsstatue ist ein Blickfang – vor allem aus der Ferne. Und die Wall Street? Lohnt sich – in Begleitung eines Ex-Bankers. MERIAN-Redakteurin Inka Schmeling führt durch Manhattan und verrät, welche Sehenswürdigkeiten einen Besuch wert sind. Text: Inka Schmeling, Fotos: Frida Sterenberg & Steffen Thalemann Empire State Building Man sollte dem Empire State Building nicht zu nahe kommen. Dann nämlich sieht die Fassade aus Kalkstein und Granit wuchtig und angegraut aus. Nicht einmal das mit Gold und Marmor geschmückte Art-Déco-Foyer wirkt so elegant wie in vielen Filmen – zu lang sind die Schlangen an der Eintrittskasse. Etwa vier Millionen Menschen besuchen jedes Jahr den 1931 fertiggestell- ten Wolkenkratzer, bis zum Bau der Twin Towers 1973 höchster der Stadt. Genießen Sie seinen Anblick aus einem Kilometer Entfernung: von der Plattform »Top of the Rock« auf dem Rockefeller Center. Erst von dort kommt die schlanke, sich nach oben verjüngende Sil- houette so richtig zur Geltung. Und ja, dort habe auch ich gedacht: Was für eine Schönheit! Hier am Times Square ist nichts von Dauer – und gerade das macht den Platz zum Sinnbild der Stadt. Times Square Dieser Platz ist eine kalkulierte Überforderung, jeden Tag kreuzen ihn etwa 355.000 Fußgänger, von Autos gar nicht zu reden, dazu die Leuchtreklamen an den Fassaden. Für den Verstand ist der Times Square kaum zu fassen. Und gerade das macht ihn zum ultimativen New-York-Erlebnis. Seit über einem Jahrhundert hat die Unterhaltungsbranche Amerikas hier ihren Hauptsitz: Im Theaterdistrikt (6th bis 9th Avenue und 41st bis 53rd Street) stehen etwa 40 »Broadway-Theater« mit 500 oder mehr Plätzen. Central Park Womit wir beim Liebling vieler New Yorker und Besu- cher wären: dem Central Park. 1857 ließ Bürgermeister Fernando Wood einen Wettbewerb ausschreiben, um im stetig wachsenden Manhattan einen Park zu gestalten. Und was für einen: von der 59th bis zur 110th Street, vier Kilometer lang und gut 800 Meter breit. Nach der Fertigstellung 1873 stänkerten Geschäftsleute gegen den »Erholungswald für Faulenzer«, doch die letzten 150 Jahre gaben Wood recht: Angeblich kommen heute jährlich 25 Millionen Menschen ins Großstadt-Grün. Großer Bahnhof am Ground Zero: Mit dem „Oculus“ wurde 2016 der teu- erste U-Bahnhof der Welt einge- weiht. Am „Lake“ im Central Park gibt sich New York ganz ruhig. Memorial Plaza Ob es hart wird, sich intensiv mit den Anschlägen des 11. September 2001 zu beschäftigen? Ja. Ob man also lie- ber einen Bogen um das 2014 eröffnete Museum macht? Nein, auch wenn dort oft zum Taschentuch gegriffen wird. Nur ein Rat vorweg: Im Anschluss die Aussichts- plattform des One World Trade Center zu besuchen, seit 2014 mit 541 Metern höchstes Gebäude der Stadt, geht nicht ohne ein mulmiges Gefühl. Machen Sie es umgekehrt. Guggenheim Museum Ikone Nummer zwei für moderne Kunst: Das nach seinem Gründer benannte Solomon R. Guggenheim Museum eröffnete 1959 im weltberühmten Rundbau des Architekten Frank Lloyd Wright. Das Haus wurde gar selbst in den Stand eines Kunstwerkes erhoben. Eine einzige Auf- wärtsspirale ist der Gang durch das le- gendäre Guggen- heim Museum. Flatiron Buil- ding: Wegen der seltenen Dreiecks- form hat der „Bü- geleisen“-Bau eine große Anziehungs- kraft. Flatiron Building An diesem Bau, dessen Form an ein Bügeleisen, »flat iron«, erinnert, lässt sich wunderbar erzählen, wie extrem sich New York in einem Jahrhundert verändert hat: Als er 1902 eröffnet wurde, war der 91 Meter hohe, nach neuester Stahlskelettbauweise errichtete Wolkenkratzer einer der allerersten. Heute ist er eine Ode an die Vergangenheit und einer der beliebtesten Selfie-Hintergründe der Stadt. Brooklyn Bridge Sie ist der Superstar unter den Brücken, die Manhattan mit Brooklyn, Queens, der Bronx oder New Jersey ver- binden: die 1883 fertiggestellte Brooklyn Bridge, eine der ältesten Drahtseil-Hängebrücken der Welt. Ihr Bau war dramatisch, ihr markantes Profil ziert etliche Magazin- cover, Kunstwerke oder Filme. Zwei Tipps für den Spa- ziergang über die Brücke, der Ihnen hiermit ans Herz gelegt sei: Starten Sie in Brooklyn und laufen Sie auf Manhattans Skyline zu. Der East River ist hier zwar nur 570 Meter breit, die Brücke zieht sich aber von Auf- bis Abgang über eine Strecke von ca. 2 km. Zum Dahin- schmelzen ist der Blick über die Brooklyn Bridge auf Manhattan. Am Grand Central angekommen und zur schönsten Wol- kenkratzer-Spit- ze sehen: der des Chrysler Building. Chrysler Building Immer schon stand das Haus, benannt nach seinem Auftraggeber, dem Autohersteller Chrysler, im Schatten des Empire State Building. Es eröffnete 1930, nur wenige Monate vor der Konkurrenz, die beiden wetteiferten bis zuletzt um den Höhenrekord. Den entschied das Empire State Building mit einer zusätzlichen Antenne für sich. Unbestrittene Schönheitskönigin in Sachen Turmspitze aber ist und bleibt das Chrysler Building. Jeden Monat eine Stadt, eine Region oder ein Land – das ist das Motto von MERIAN,­ das seit 1948 mit Reportagen, Essays und tollen Bildern Lust aufs Reisen macht. Weitere Informationen unter www.merian.de www.cewe-fotoservice.de