Reisen
Absolute Spitze
Doch, die Freiheitsstatue ist ein Blickfang – vor allem
aus der Ferne. Und die Wall Street? Lohnt sich – in
Begleitung eines Ex-Bankers. MERIAN-Redakteurin
Inka Schmeling führt durch Manhattan und verrät,
welche Sehenswürdigkeiten einen Besuch wert sind.
Text: Inka Schmeling, Fotos: Frida Sterenberg & Steffen Thalemann
Empire State Building
Man sollte dem Empire State Building nicht zu nahe
kommen. Dann nämlich sieht die Fassade aus Kalkstein
und Granit wuchtig und angegraut aus. Nicht einmal
das mit Gold und Marmor geschmückte Art-Déco-Foyer
wirkt so elegant wie in vielen Filmen – zu lang sind die
Schlangen an der Eintrittskasse. Etwa vier Millionen
Menschen besuchen jedes Jahr den 1931 fertiggestell-
ten Wolkenkratzer, bis zum Bau der Twin Towers 1973
höchster der Stadt. Genießen Sie seinen Anblick aus
einem Kilometer Entfernung: von der Plattform »Top
of the Rock« auf dem Rockefeller Center. Erst von dort
kommt die schlanke, sich nach oben verjüngende Sil-
houette so richtig zur Geltung. Und ja, dort habe auch
ich gedacht: Was für eine Schönheit!
Hier am Times
Square ist nichts
von Dauer – und
gerade das macht
den Platz zum
Sinnbild der Stadt.
Times Square
Dieser Platz ist eine kalkulierte Überforderung, jeden
Tag kreuzen ihn etwa 355.000 Fußgänger, von Autos
gar nicht zu reden, dazu die Leuchtreklamen an den
Fassaden. Für den Verstand ist der Times Square kaum
zu fassen. Und gerade das macht ihn zum ultimativen
New-York-Erlebnis. Seit über einem Jahrhundert hat die
Unterhaltungsbranche Amerikas hier ihren Hauptsitz:
Im Theaterdistrikt (6th bis 9th Avenue und 41st bis 53rd
Street) stehen etwa 40 »Broadway-Theater« mit 500
oder mehr Plätzen.
Central Park
Womit wir beim Liebling vieler New Yorker und Besu-
cher wären: dem Central Park. 1857 ließ Bürgermeister
Fernando Wood einen Wettbewerb ausschreiben, um im
stetig wachsenden Manhattan einen Park zu gestalten.
Und was für einen: von der 59th bis zur 110th Street,
vier Kilometer lang und gut 800 Meter breit. Nach der
Fertigstellung 1873 stänkerten Geschäftsleute gegen
den »Erholungswald für Faulenzer«, doch die letzten
150 Jahre gaben Wood recht: Angeblich kommen heute
jährlich 25 Millionen Menschen ins Großstadt-Grün.
Großer Bahnhof
am Ground Zero:
Mit dem „Oculus“
wurde 2016 der teu-
erste U-Bahnhof
der Welt einge-
weiht.
Am „Lake“ im
Central Park gibt
sich New York ganz
ruhig.
Memorial Plaza
Ob es hart wird, sich intensiv mit den Anschlägen des
11. September 2001 zu beschäftigen? Ja. Ob man also lie-
ber einen Bogen um das 2014 eröffnete Museum macht?
Nein, auch wenn dort oft zum Taschentuch gegriffen
wird. Nur ein Rat vorweg: Im Anschluss die Aussichts-
plattform des One World Trade Center zu besuchen,
seit 2014 mit 541 Metern höchstes Gebäude der Stadt,
geht nicht ohne ein mulmiges Gefühl. Machen Sie es
umgekehrt.
Guggenheim Museum
Ikone Nummer zwei für moderne Kunst: Das nach
seinem Gründer benannte Solomon R. Guggenheim
Museum eröffnete 1959 im weltberühmten Rundbau
des Architekten Frank Lloyd Wright. Das Haus wurde
gar selbst in den Stand eines Kunstwerkes erhoben.
Eine einzige Auf-
wärtsspirale ist der
Gang durch das le-
gendäre Guggen-
heim Museum.
Flatiron Buil-
ding: Wegen der
seltenen Dreiecks-
form hat der „Bü-
geleisen“-Bau eine
große Anziehungs-
kraft.
Flatiron Building
An diesem Bau, dessen Form an ein Bügeleisen, »flat iron«,
erinnert, lässt sich wunderbar erzählen, wie extrem sich
New York in einem Jahrhundert verändert hat: Als er 1902
eröffnet wurde, war der 91 Meter hohe, nach neuester
Stahlskelettbauweise errichtete Wolkenkratzer einer der
allerersten. Heute ist er eine Ode an die Vergangenheit und
einer der beliebtesten Selfie-Hintergründe der Stadt.
Brooklyn Bridge
Sie ist der Superstar unter den Brücken, die Manhattan
mit Brooklyn, Queens, der Bronx oder New Jersey ver-
binden: die 1883 fertiggestellte Brooklyn Bridge, eine der
ältesten Drahtseil-Hängebrücken der Welt. Ihr Bau war
dramatisch, ihr markantes Profil ziert etliche Magazin-
cover, Kunstwerke oder Filme. Zwei Tipps für den Spa-
ziergang über die Brücke, der Ihnen hiermit ans Herz
gelegt sei: Starten Sie in Brooklyn und laufen Sie auf
Manhattans Skyline zu. Der East River ist hier zwar nur
570 Meter breit, die Brücke zieht sich aber von Auf- bis
Abgang über eine Strecke von ca. 2 km.
Zum Dahin-
schmelzen ist der
Blick über die
Brooklyn Bridge
auf Manhattan.
Am Grand Central
angekommen und
zur schönsten Wol-
kenkratzer-Spit-
ze sehen: der des
Chrysler Building.
Chrysler Building
Immer schon stand das Haus, benannt nach seinem
Auftraggeber, dem Autohersteller Chrysler, im Schatten
des Empire State Building. Es eröffnete 1930, nur wenige
Monate vor der Konkurrenz, die beiden wetteiferten bis
zuletzt um den Höhenrekord. Den entschied das Empire
State Building mit einer zusätzlichen Antenne für sich.
Unbestrittene Schönheitskönigin in Sachen Turmspitze
aber ist und bleibt das Chrysler Building.
Jeden Monat eine Stadt, eine Region oder ein Land
– das ist das Motto von MERIAN, das seit 1948 mit
Reportagen, Essays und tollen Bildern Lust aufs
Reisen macht.
Weitere Informationen unter www.merian.de
www.cewe-fotoservice.de