Shibu
Sh
ibuya
ya 109 – ein
Shoppi
Sho
pping-
ppi
ng-Pa
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Paradies
fü Fr
für
Fraue
auen
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n mit
m dickem
kem
Geldbeute
ute el.
der gleiche geblieben: Nirgendwo in dieser Stadt
kann man sich so herrlich klein fühlen wie hier.
Wohin es einen in Shibuya auch zieht, der Weg
beginnt meistens an der Statue des Hundes Hachi-
ko. Der treue Akira trottete einst jeden Abend zum
Bahnhof, um sein Herrchen vom Zug abzuholen –
selbst Jahre nachdem sein Besitzer gestorben war.
Heute ist seine Figur der klassische Treffpunkt bald
vielleicht nicht mehr einsamer Herzen. Dort stand
ich selbst häufig genug in Erwartung unverbind-
licher und etwas verbindlicherer Verabredungen
und fragte mich voller Befürchtungen
und Hoffnungen, wohin die Reise
in die Nacht gehen möge. Blie-
ben wir in der Fußgängerzone
Zwischen schriller
Center-gai stecken, einge-
Mode, Junk Food &
klemmt zwischen schriller
Glitzerkitsch – umspült Mode, Junk Food und
Glitzerkitsch, umspült von
von dröhnender
dröhnender
Musik und den
Musik.
Lautsprechern der Werbetrei-
benden? Oder triebe es uns die
Parallelstraßen mit ihren Musik-
und Mangaläden? Ginge es weiter nach
Norden, wo sich die Geschäfte ausdünnen, die Bars
gediegener werden und man bald in die Nähe des
Studiogeländes des Fernsehsenders NHK kommt?
Hier büßt die Gegend ihre funkelnde Intensität
ein und geht in den Teil Shibuyas über, der als „Bit
Valley“ bekannt ist. Zum einen wegen der vielen
IT-Firmen, zum anderen, weil „Bitteres Tal“ eine
freie Übersetzung des Namens Shibuya ist. Hier
macht man mit Glück ein TV-Talent auf dem Weg
in den Feierabend aus. Anmerken lässt man es sich
natürlich nicht, denn der echte Tokioter lässt sich
demonstrativ von gar nichts beeindrucken.
Oder geht es etwa gleich in die besonders hüge-
lige Gegend von Dogen-zaka, benannt nach einem
zum Mönchen gewordenen Ex-Banditen, wo sich
ein Love Hotel ans andere reiht? In Shibuya ist
alles möglich. Das macht das Viertel für mich
zum Sinnbild der Stadt. Jugendliche Trends und
erwachsenes Amüsement, nüchternes Business
und aufregendes Nightlife – ein Viertel wie ein
Mikrokosmos ganz Tokios.
Jeden Monat eine Stadt, eine Region
oder ein Land – das ist das Motto von
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Essays und tollen Bildern Lust aufs
Reisen macht.
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