Bücher über Interreligiöse Spiritualität, Meditation und Universaler Sufismus König Akbar und seine Tochter von Noor Inayat Khan | Página 21
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er kleine Schutzengel
L
iebe Leser, für gewöhnlich berichten die Leute hierzulande immer
nur von vergangenen Ereignissen aus dieser Welt, in der wir
Tag für Tag leben, doch folgt mir einmal für ein Weilchen in die Welt
des Traumes, und ich will euch von den nächtlichen Abenteuern eines
kleinen Mädchens erzählen.
Um die Geschichte zu verstehen, müssen wir zunächst in die Welt des
Traums eintreten.
So geschah es jeden Abend: Mama glättete dem kleinen Mädchen die
Löckchen, umarmte es, machte das Licht aus und sagte: „Schlaf schön,
meine Kleine.“
Dann, in der ergreifenden Stille der Nacht, wenn alles in tiefem
Schlummer lag, schlug die große Standuhr die zweite Stunde; dies war
das Signal. Das kleine Mädchen erhob sich, und auf Zehenspitzen begann es seinen Rundgang. Es besuchte nicht immer dieselben Räume,
denn das Haus war riesengroß. Manchmal lenkte es seine Schritte zum
Dachboden. Eines Nachts lehnte es sich dort aus dem kleinen Fenster,
und als es durch den Londoner Nebel den schwarzen Himmel und die
in den Straßen reflektierenden Lichter betrachtete, sprach es zu sich
selbst: „Ist das aber lustig, in der Nacht sind die Sterne auf die Erde geplumpst! Morgen muss ich früh aufstehen und sie aufheben, bevor die
Straßenkehrer kommen.“
Dann wagte es sich in die große Bibliothek.
„Alle Bücher sind brav an ihrem Platz“, sagte es, „sie schlafen nachts.
Die einzige, die wacht, bin ich. Nur schnell die Tür zumachen, sonst
gehen sie noch auf Ausflüge durchs Haus.
Und was ist das hier für ein Licht? Es strahlt durch dieses Fenster und
legt seinen Glanz auf die Treppe. Warum? Woher kommt es? Aber ja!
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