Armaturen Welt | HINTERGRUND
Verstärkte Nachfrage durch LNG-Projekte – Markt aber künftig umkämpfter
Immer größere Flüssiggas-Anlagen
Der LNG-Markt ist groß und aufgrund der hohen technischen Anforderungen auch ein interessantes Marktsegment für die Armaturenbranche. „ Wir sprechen hier über hochkritische Anlagen und Prozesse, bei denen höchste Erwartungen an Sicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit gestellt werden“, erklärt Wolfram Peters, Vertrieb / Area Sales Manager der Noreva GmbH. Aufgrund der hohen Investitionen und der vorhandenen Absatzmöglichkeiten werde dieser Markt daher in den kommenden Jahren stärker umkämpft sein.
LNG-Verladearme zur Be- und Entladung der LNG-Fracht von LNG-Tankern. © Oleksandr Kalinichenko | Dreamstime. com
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Der LNG-Markt ist also zweifellos ein attraktiver Sektor. „ Wir spüren seit gut zwei Jahren eine deutlich verstärkte Nachfrage nach LNG-Projekten“, berichtet Wolfram Peters. So habe es unter anderem größere Projekte in den USA, aber auch Projekte im Zusammenhang mit den großen LNG- Erweiterungen in Katar gegeben. Auch bei den im Zuge der Neuausrichtung der deutschen Gasversorgung entstandenen LNG-Projekten, beispielsweise am Standort Wilhelmshaven, hat Noreva seinen Beitrag geleistet. Deutschland nimmt allerdings eine etwas andere Rolle ein. „ Wir sind kein großer LNG-Produzent, sondern in erster Linie Importeur.“ Die deutschen LNG-Terminals dienen somit hauptsächlich der Diversifizierung der Gasversorgung und der Versorgungssicherheit. Die Zukunft von LNG sieht weiterhin vielversprechend aus. „ Wir sehen aktuell nicht, dass die große Nachfrage kurzfristig abreißen könnte.“ Gerade international befinden sich sehr große LNG-Projekte in der Umsetzung oder bereits in der nächsten Ausbaustufe. Besonders in Ländern wie den USA,
Katar und anderen Ländern im Nahen Osten werden bestehende Kapazitäten weiter ausgebaut. „ Für uns als Armaturenhersteller liegt der größere langfristige Markt deshalb weiterhin vor allem in den internationalen Verflüssigungs- und Exportprojekten.“
DÜSENRÜCKSCHLAGVENTIL FÜR LNG-PROJEKTE Im LNG-Bereich sind die Armaturen von Noreva gefragte Komponenten. Das Unternehmen liefert Düsenrückschlagventile, also axial geführte Rückschlagarmaturen an Flüssigerdgasprojekte. Sie werden vor allem in kritischen und hochdynamischen Bereichen eingesetzt, üblicherweise hinter Pumpen oder Kompressoren. „ Unsere Armaturen finden dabei sowohl im kryogenen Flüssigbereich als auch in gasförmigen Prozessstufen Anwendung“, erläutert Wolfram Peters. „ Im direkten LNG-Bereich sprechen wir von Temperaturen um-150 ° C bis-160 ° C. Gleichzeitig bewegen wir uns je nach Prozess in hohen Druckbereichen, häufig zwischen ASME Class 300 und Class 1500.“
Und hier liegt die Stärke eines Düsenrückschlagventils: Durch den kurzen Schließweg und die federunterstützte axiale Bewegung reagiert die Armatur sehr schnell auf eine Strömungsumkehr. „ Damit können Rückströmgeschwindigkeiten und die daraus resultierenden dynamischen Belastungen im System stark reduziert werden.“ Gleichzeitig ist bei kontinuierlich laufenden Anlagen ein möglichst niedriger Druckverlust von großer Bedeutung, was durch das strömungsgünstige Design der Düsenrückschlagventile „ optimal umgesetzt werden kann“. Hinzu kommen die entsprechenden Werkstoffe und Prüfanforderungen für den Tieftemperaturbereich. Noreva beziehungsweise dessen Unternehmensgruppe „ verfügt über die Möglichkeit, kryogene Prüfungen bis-196 ° C durchzuführen“. Für LNG-Anwendungen werden die Armaturen beispielsweise mit Stickstoff oder anderen Inertgasen geprüft. Der Erfolg gibt Noreva recht: Das Unternehmen liefert bereits seit mehr als 20 Jahren Armaturen für