Armaturen Welt November 2026 | Page 15

LEBENSMITTELINDUSTRIE | Armaturen Welt
Frank Baltes, Head of Sales and Project Management bei ARCA Regler. Foto: ARCA Regler
über die Wirksamkeit des Reinigungsverfahrens in der eingebauten Anlage. Für ARCA folgt daraus, die zugesagten Eigenschaften auf die vereinbarten Prozessdaten und die Spezifikation der Armatur zu beziehen. „ Über ARCAonsite können Betriebsanleitungen, Auftragsunterlagen und Materialzeugnisse armaturbezogen abgerufen werden“, sagt Baltes. Die hygienische Eignung der Gesamtanlage erfordere zusätzlich die Bewertung von Einbausituation, Rohrleitungsführung und Reinigungskonzept durch Anlagenbauer und Betreiber. „ Diese Schnittstellen müssen bereits bei der Projektierung geklärt sein.“
PRODUKTWECHSEL NEHMEN ZU Eine weitere Herausforderung für die Ernährungsindustrie sind die zunehmenden Rezepturen und häufigeren Produktwechsel. Sie können den Bereich der Betriebsbedingungen vergrößern, den eine Anlage abdecken muss. Werden die Chargen kleiner, steigen zudem die anteiligen Kosten für Reinigung, Umrüstung und Produktionsunterbrechungen. „ Das kann die Marge belasten, auch wenn die eigentliche Herstellung unverändert effizient bleibt“, sagt Frank Baltes. Für die Ventilauslegung benötige man deshalb die relevanten Betriebsfälle der verschiedenen Produkte. Neben dem
Durchfluss können sich Dichte, Viskosität, Feststoffanteile und Temperatur ändern. Auch die Anforderungen während der Reinigung sind zu berücksichtigen. „ Ein Ventil, das für den maximalen Durchsatz geeignet ist, muss nicht automatisch jede kleine Teilmenge mit der geforderten Regelgüte beherrschen.“
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ABSTIMMUNG VON ARMATURENEIGENSCHAFTEN ARCA stellt weitere entscheidende Entwicklungen fest. „ Wir sehen die wesentliche technische Herausforderung darin, unterschiedliche Anforderungen innerhalb einer Regelarmatur aufeinander abzustimmen“, betont Frank Baltes. Ein großer Betriebsbereich, hohe Dichtheitsanforderungen, geringe Reibung, kurze Stellzeiten und gute Reinigbarkeit sind „ je nach Anwendung unterschiedlich zu gewichten“. Hinzu kommen die Schnittstellen zur vorhandenen Leittechnik und die Bedingungen für Wartung und Ersatzteilwechsel. Für ARCA sind modulare Bauweisen und anwendungsspezifische Innengarnituren ein Ansatz, diese Anforderungen innerhalb bestehender Baureihen abzubilden. Frank Baltes: „ Beim ECOTROL ® und BIOVENT ® ermöglicht das Klemmsitz-System beispielsweise den Austausch von Sitz und Kegel ohne Spezialwerkzeug.“ Und: „ Marktseitig müssen wir regional unterschiedliche Spezifikationen, Dokumentationsanforderungen und Servicebedingungen berücksichtigen.“ Gerade bei internationalen Projekten sind Zuständigkeiten für Inbetriebnahme, Ersatzteilversorgung und Reparatur „ früh zu klären. Aus unserer Sicht sollten Betreiber und Zulieferer deshalb Anschaffung, Betrieb und Instandhaltung gemeinsam bewerten“, sagt der Fachmann von ARCA. „ Das erfordert vollständige Prozessdaten und eine klare Abstimmung darüber, welche Eigenschaften die Armatur erfüllen muss.“ Ein guter – und erfolgversprechender – Plan für die Transformation der Lebensmittelindustrie.
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Michael Vehreschild
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