Antriebe | Armaturen Welt
Haltekräften. In der Praxis ermöglicht dies extrem schnelle Schließzeiten von bis zu 0,2 Sekunden für 90 Grad.
Anlagenbetreiber wollen mehr Verbindlichkeit Die physikalischen Grundanforderungen haben sich nicht geändert. Ein Ventilantrieb muss das geforderte Drehmoment zuverlässig aufbringen, definiert anfahren und halten. „ Was sich verändert hat, ist das Umfeld“, berichtet Jürgen Selent. Zum einen werden Normen und Regelwerke präziser, die Anforderungen an Dokumentation und Konformitätsnachweise wachsen. Betreiber und Anlagenbauer erwarten heute mehr Verbindlichkeit bei Auslegung und Nachweis.
Was sich verändert hat, ist das Umfeld
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Fernbedienbarkeit, Diagnose und Einbindung in digitale Systeme. Das habe weniger Folgen für das Antriebsprinzip selbst, wohl aber auf die Erwartungen an das Gesamtsystem. „ Was sich nicht verändert hat: Überall dort, wo es auf hohe Kraft ankommt, bleibt der hydraulische Antrieb die überlegene Wahl. Und hohe Kraft bedeutet in der Praxis vor allem eins: Sicherheit.“
Vorteile der Digitalisierung Auf die Digitalisierung hat Geschäftsführer Markus Eckart einen differenzierten Blick: „ Es ist wichtig, hier präzise zu differenzieren. Die Digitalisierung wirkt weniger auf das mechanische Herz eines hydraulischen Ventilantriebs ein, sondern primär auf das System, das ihn umgibt. Also auf die Steuerung, die Sensorik und die Integration in Prozessleitsysteme.“ Die Philosophie von Eckart Hydraulics sei es, einen maximal robusten und zuverlässigen mechanischen Leistungsträger zu bauen. Der Antrieb selbst sei ein gekapseltes, leckagefreies System, das reproduzierbar und wartungsarm liefert. Für besondere Einsatzbedingungen, etwa bei erhöhten Schutzanforderungen gegen äußere Einflüsse, sind laut Markus
Eckart entsprechende Ausführungen auf Anfrage realisierbar. „ Man könnte sagen: Die Digitalisierung macht aus einem robusten Antrieb keinen anderen Antriebstyp. Sie macht seine Funktion aber transparenter und besser in die Gesamtanlage integrierbar.“
Langlebigkeit wird mitunter unterschätzt Antriebe leisten auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Der primäre Hebel ist die Automatisierung anstelle der manuellen Betätigung, was die Anlagenverfügbarkeit steigert und Fehlbedienungen reduziert. Im Kontext kritischer Infrastrukturen bedeutet die zuverlässige Funktion der Armaturen zudem direkten Umwelt- und Anlagenschutz. Ein oft unterschätzter Aspekt der Nachhaltigkeit ist die Langlebigkeit. Markus Eckart: „ Ein hochpräzise gefertigter Antrieb, der durch Merkmale wie die aktive Endlagendämpfung und den wartungsarmen Aufbau im Ölbad geschont wird, hat eine deutlich längere Lebensdauer.“ Das reduziere die Total Cost of Ownership und schone Ressourcen. Ein klassischer Engineering-Ansatz für echte Nachhaltigkeit.
FERTIGUNGSTIEFE ZAHLT SICH AUS Die Antriebsbranche sieht sich zwei Herausforderungen gegenüber. Zum einen sind es der Markt und die Lieferketten: Volatile Lieferketten und geopolitische Einflüsse sind zu einem festen Bestandteil der Projektplanung geworden. Hier zahlen sich eine hohe Fertigungstiefe und langjährige Partnerschaften aus. Zum anderen sieht Markus Eckart den technologischen Wettbewerb und die Notwendigkeit zur Differenzierung. „ Der Markt ist vielfältig. Für uns als Hersteller ist es die Kernaufgabe, die Vorteile unseres Prinzips klar zu kommunizieren.“ Gegenüber einfacheren oder rein elektrischen Antrieben möchte sich Eckart Hydraulics nicht über den Preis positionieren, sondern über die physikalische Leistungsfähigkeit. „ Wo Bauraum, Gewicht, Kraft und Robustheit die entscheidenden Design- Constraints sind, ist das Steilgewindeprinzip oft die einzig sinnvolle Lösung.“
Michael Vehreschild
Hartmann Valves eröffnet Service-Standort in Süddeutschland
Zukünftig startet ein Teil des Hartmann Service-Teams vom neuen Standort in Mengkofen. Foto: Hartmann Valves
Die Hartmann Valves GmbH erweitert ihre Präsenz im stark wachsenden Geothermiemarkt Süddeutschlands und eröffnet einen neuen Service-Standort in Mengkofen. Das Geschäftsfeld der tiefen Geothermie in Deutschland wächst insbesondere im südlichen Teil der Republik. Neben dem Oberrheingraben zählt vor allem das Molassebecken rund um München zu den zentralen Entwicklungsregionen. „ Als Lieferant von Bohrlochköpfen für Geothermieprojekte begleitet die Hartmann Valves GmbH diese Entwicklung mit umfassenden Dienstleistungen, die von der Erstmontage über die Unterstützung beim Pumpenwechsel bis hin zu Wartungsarbeiten reichen“, erklärt das Unternehmen in einer Mitteilung. Angesichts dieser Entwicklung erweitert die Hartmann Valves GmbH ihre regionale Servicepräsenz und hat einen neuen Standort im Süden Deutschlands erworben. Der neue Standort in Mengkofen liegt strategisch sinnvoll in der Nähe zur A92 und ist somit nur etwas mehr als eine Autostunde von München entfernt. Ab dem zweiten Quartal 2026 wird der Standort voll einsatzbereit sein und schafft laut Hartmann Valves „ optimale Voraussetzungen, um Kunden noch schneller und effizienter zu erreichen“. „ Unsere Kundennähe ist ein entscheidender Erfolgsfaktor“, erklärt Werner Hartmann, Geschäftsführer der Hartmann Valves GmbH. „ Mit dem neuen Standort verkürzen wir nicht nur Wege, sondern verbessern auch maßgeblich die Reaktionsgeschwindigkeit unseres Services. Neben unseren Kunden im Süden Deutschlands profitieren auch Unternehmen in Österreich, der Schweiz und Tschechien von kürzeren Anfahrtswegen, erhöhter Flexibilität und schneller technischer Unterstützung. Das ist ein wichtiger Schritt, um unsere Servicequalität in der gesamten Region nachhaltig auszubauen.“ Kurze Mobilisierungszeiten würden ermöglicht und der technische Support sei „ schnell und zuverlässig verfügbar“.
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