Antoine de Saint Exupery-Der kleine prinz Antoine de Saint Exupery - Der kleine Prinz | Page 70
»Gewiß«, sagte der Fuchs.
»Aber nun wirst du weinen!« sagte der kleine Prinz.
»Bestimmt«, sagte der Fuchs.
»So hast du nichts gewonnen!«
»Ich habe«, sagte der Fuchs, »die Farbe des Weizens gewonnen.«
Dann fügte er hinzu:
»Geh die Rosen wieder anschauen. Du wirst begreifen, daß die
deine einzig ist in der Welt.
Du wirst wiederkommen und mir adieu sagen, und ich werde dir
ein Geheimnis schenken.«
Der kleine Prinz ging, die Rosen wiederzusehen:
»Ihr gleicht meiner Rose gar nicht, ihr seid noch nichts«, sagte
er zu ihnen. »Niemand hat sich euch vertraut gemacht und auch ihr
habt euch niemandem vertraut gemacht. Ihr seid, wie mein Fuchs
war. Der war nichts als ein Fuchs wie hunderttausend andere. Aber
ich habe ihn zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er einzig in
der Welt.«
Und die Rosen waren sehr beschämt.
»Ihr seid schön, aber ihr sein leer«, sagte er noch. »Man kann für
euch nicht sterben. Gewiß, ein Irgendwer, der vorübergeht, könnte
glauben, meine Rose ähnle euch. Aber in sich selbst ist sie wichtiger
als ihr alle, da sie es ist, die ich begossen habe. Da sie es ist, die ich
unter den Glassturz gestellt habe. Da sie es ist, die ich mit dem
Wandschirm geschützt habe. Da sie es ist, deren Raupen ich getötet
habe (außer den zwei oder drei um der Schmetterlinge willen). Da
sie es ist, die ich klagen oder sich rühmen gehört habe oder auch
manchmal schweigen. Da es meine Rose ist.«
Und er kam zum Fuchs zurück: