Antoine de Saint Exupery-Der kleine prinz Antoine de Saint Exupery - Der kleine Prinz | Page 57

XVII Will man geistreich sein, dann kommt es vor, daß man ein bißchen aufschneidet. Ich war nicht ganz aufrichtig, als ich euch von den Laternenanzündern erzählte. Ich laufe Gefahr, denen, die unseren Planeten nicht kennen, ein falsches Bild von ihm zu geben. Die Men- schen benutzen nur sehr wenig Raum auf der Erde. Wenn die zwei Milliarden Einwohner, die die Erde bevölkern, sich aufrecht und ein bißchen gedrängt hinstellten, wie bei einer Volksversammlung etwa, kämen sie auf einem öffentlichen Platz von zwanzig Meilen Länge und zwanzig Meilen Breite leicht unter. Man könnte die Menschheit auf der geringsten kleinen Insel des Pazifischen Ozeans zusammen- pferchen. Die großen Leute werden Euch das freilich nicht glauben. Sie bilden sich ein, viel Platz zu brauchen. Sie nehmen sich wichtig wie Affen- brotbäume. Gebt ihnen also den Rat, sich]s auszurechnen. Sie beten die Zahlen an, das wird ihnen gefallen. Aber ihr sollt Eure Zeit nicht damit verlieren. Es ist zwecklos. Ihr habt Vertrauen zu mir. Einmal auf der Erde, wunderte sich der kleine Prinz, niemanden zu sehen. Er fürchtete schon, sich im Planeten geirrt zu haben, als ein mondfarbener Ring sich im Sande bewegte. »Gute Nacht«, sagte der kleine Prinz aufs Geratewohl. »Gute Nacht«, sagte die Schlange. »Auf welchen Planeten bin ich gefallen?« fragte der kleine Prinz. »Auf die Erde, du bist in Afrika«, antwortete die Schlange. »Ah! … es ist also niemand auf der Erde?« »Hier ist die Wüste. In den Wüsten ist niemand. Die Erde ist groß« sagte die Schlange. Der kleine Prinz setzte sich auf einen Stein und hob die Augen zum Himmel: 