Antoine de Saint Exupery-Der kleine prinz Antoine de Saint Exupery - Der kleine Prinz | Page 54
»Oh, bei mir zu Hause«, sagte der kleine Prinz, »ist nicht viel los,
da ist es ganz klein. Ich habe drei Vulkane. Zwei Vulkane in Tätigkeit
und einen erloschenen. Aber man kann nie wissen.«
»Man weiß nie«, sagte der Geograph.
»Ich habe auch eine Blume.«
»Wir schreiben Blumen nicht auf«, sagte der Geograph.
»Warum das? Sie sind das Schönste!«
»Weil Blumen vergänglich sind.«
»Was heißt ›vergänglich‹?«
»Die Geographiebücher«, entgegnete der Geograph, »sind die
wertvollsten von allen Büchern. Sie veralten nie. Es ist sehr
selten, daß ein Berg seinen Platz wechselt. Es ist sehr selten,
daß ein Ozean seine Wasser ausleert. Wir schreiben die ewigen Dinge
auf.«
»Aber die erloschenen Vulkane können wieder aufwachen«, unter-
brach der kleine Prinz. »Was bedeutet ›vergänglich‹?«
»Ob die Vulkane erloschen oder tätig sind, kommt für uns aufs
gleiche hinaus«, sagte der Geograph. »Was für uns zählt, ist der Berg.
Er verändert sich nicht.«
»Aber was bedeutet ›vergänglich‹?« wiederholte der kleine Prinz,
der in seinem Leben noch nie auf eine einmal gestellte Frage verzichtet
hatte.
»Das heißt: ›von baldigem Entschwinden bedroht‹.«
»Ist meine Blume von baldigem Entschwinden bedroht?«
»Gewiß.«
Meine Blume ist vergänglich, sagte sich der kleine Prinz, und sie hat
nur vier Dornen, um sich gegen die Welt zu wehren! Und ich habe sie
ganz allein zu Hause zurückgelassen!