agile review Leseprobe Erfolgreich agil! (2021/S) - Page 24

story maps

Story Maps Landkarten für das Product Backlog

Was ist es ?
Story Mapping ist eine Technik , mit der ausgehend von der User Experience das Big Picture der Anforderungen übersichtlich dargestellt werden kann . Dabei bleibt stets der Kundenfokus erhalten . Story Mapping beginnt mit den User Tasks ; den Aufgaben , die aus Benutzersicht zu erledigen sind . Diese User Tasks ordnen wir horizontal sequenziell so an , dass sie eine nachvollziehbare Geschichte ( Story ) ergeben . Wir streben keine formale Modellierung an . Sicher werden User Tasks auch mal in einer anderen Reihenfolge ausgeführt oder bestimmte User Tasks entfallen in einer bestimmten Situation komplett .
Einsatzmöglichkeiten
Es liegt nah , die vertikale Dimension einer Story Map , die Priorisierung , zu nutzen , um Releases zu definieren , indem man Anforderungen nach Priorität gruppiert .
Diese Technik kann ein Product Owner unabhängig von der gewählten Release-Strategie nutzen . Veröffentlicht er neue Produktversionen zu festen Zeitpunkten , repräsentiert eine Schicht in der Story Map den aktuell anvisierten Umfang . Zum Beispiel veröffentlicht Canonical jeweils im April und Oktober eines Jahres eine neue Version von Ubuntu . Die enthaltenen Veränderungen liegen erst zum Auslieferungszeitpunkt fest . Bei einem solchen Vorgehen empfehlen wir , die Anforderungen innerhalb der Schicht konsequent zu priorisieren , um sicherzustellen , dass die wertvollsten Veränderungen zuerst umgesetzt und ausgeliefert werden . Man kann Releases aber auch nach Funktionalitäten schneiden . Google Mail geht regelmäßig so vor . Bei dieser Strategie empfehlen wir , Releases nach möglichst kleinen sinnvollen Ausbaustufen zu definieren . Liefern Sie so früh wie möglich aus . So bekommen Sie früher Feedback und Ihre Investitionen machen sich früher bezahlt . Verschieben Sie Komfortfunktionen und andere Accessoires , wenn möglich , auf später . Die Schichten einer Story Map repräsentieren genau solche Ausbaustufen : so klein wie möglich , so groß
Abbildung 1 : Ein Beispiel für eine Story Map

wie nötig . Um die Story Map für mehrere Releases einfacher zu halten , kann man auch darauf verzichten , die Anforderungen innerhalb der Schicht zu priorisieren . Analog zu der zuerst vorgestellten Release-Strategie , bei der man mit festen Zeitrahmen arbeitet , kann man Story Maps zur Planung von Sprints verwenden . Dann repräsentiert eine Schicht der Story Map einen Sprint . Man kann auch weitere Schichten definieren , die eine Vorausschau auf die nächsten Sprints geben . Tätigkeiten in einer Story Map , die der Planung mehrerer Releases dient , werden zwangsläufig grobgranularer sein als Tätigkeiten einer Story Map , die zur Planung von Sprints für ein Release dient . Dort findet man nur Epic Storys und Themes . Hier weit oben in der Priorität auch User Storys – entsprechend dem Prinzip , dass die Items eines Backlogs einen angemessenen Detailgrad aufweisen sollten . weiterführende Infos kurz und knapp agile rewiew Leseprobe Sonderausgabe 2021 24