SZENE 1
Er sitzt im Innenhof und trinkt ein Bier , das Wasser rinnt die Flasche hinunter und tropft auf seine Hand . Ein leichter Windstoß lässt ihn nach oben Blicken , wo damals noch ein Dach war . Vor ihm ein alter Kessel der vermutlich zu irgendeiner Maschine gehört hat . Auf dem Boden liegen noch die alten rot-weißen Fließen , welche sonst vom Dreck verdeckt waren . Im Wind weht ein herabhängendes Tuch . Es rauscht . Keine Stimme , nichts , einfach niemand , außer er und dieser wundervolle Innenhof . Hohe Wände , große Industriefenster und in Mitten steht er und holt sich an der Bar ein neues Bier . Die Kellnerin ist hübsch , er stellt sich ihr vor , Walter sei sein Name , er kommt aus einem kleinen Dorf nähe Hamburg .
Durch die Stadt schlendernd sah er auf einmal den Turm , welcher gelb orange in der Abendsonne strahlte . Als er näher kam sah er die ganzen Grafities auf dem alten Gebäude , welches neben dem Neuen , als eine Art Eingang stand . Er ist sich nicht sicher ob es alte Industriegebäude sind , denn von der Art der Architektur wären sie viel zu schön dafür . Vielleicht wohnte hier mal der Bürgermeister , da er von dort die ganze Stadt erblicken konnte . Oder war es vielleicht doch nur ein Wasserturm , der eigentlich nie wirklich genutzt wurde ? Die Kellnerin , Namens Maria erzählt , es ist ein alter Schlachthof , der seit 30 Jahren leer stand , alles war zerfallen , einzelne Gebäude eingestürzt , doch dieser Teil hier wurde mit großem Aufwand erhalten . Der morbide Charme von damals ist immer noch vorhanden obwohl der Umbau stattgefunden hat . Viele neue Gebäude sind dazu gekommen , das Areal ist groß , doch das alte Gemäuer bildet immer noch die Grenze , dient aber gleichzeitig auch als Tor zur restlichen Stadt . Männer in Anzügen , hippe junge Leute , der Laden wird immer voller . Er wandelt sich von einem Rückzugsort zum Entspannen zu einem Treffpunkt für jeden . Viele kommen nach der Arbeit her , um ihren Feierabend ausklingen zu lassen . Für die Jungen ist es ein Ort von Sehen und gesehen werden , einen Ort den es davor so nie gab und jetzt als Symbol des urbanen und hippen Lifestyles gesehen wird , der so lange vermisst wurde .
Der alte eigentlich längst verlassene Ort wurde so wieder zum Leben erweckt und den Menschen in Erinnerung gebracht . Draußen wird es immer dunkler , der Innenhof wird durch Lampions und Lichterketten erhellt . Es entsteht eine spannende , aber auch geheimnisvolle Atmosphäre zwischen den alten Gemäuern , Maschinen , Lichter und Menschen . Es wirkt wie eine Symbiose obwohl das Gebäude aus einer ganz anderen Zeit ist . Es lebt !
LINGUISTISCHE BESTANDSANALYSE
Substantive
Kino , Theater , Saal , Bühne , Menschen , Techniker , Knöpfe , Hebel , Stufen , Sofa , Plakate , Foyer , Bar , Abnutzung , Garderobe , Anbau , Treppen , Stickerei , Kinositze , Waschbecken , Waschküche , Filme , Filmrollen , Aufsteller , Kisten , Schlitten , Fenster , Wohnung , Bad , Badewanne , Toilette , Waschbecken , Wandschrank , Vorführraum , Lichtmaschine , Spule , Filmabspieler , Stuhl , Schlüssel , Staubsauger , Küche , Wohnzimmer , Kamin , Nische , Waschbecken , Fließen , Balkon , Parkett , Flur , Treppenlift , Tisch , Lampe ,
Verben
zuschauen , sitzen , reden , zuhören , wohnen , schlafen , essen , baden , vorspielen , vorführen , umziehen , verkleiden , aufmachen , anmachen , abspielen , öffnen ,
Adjektive
verlassen , groß , weiß , grün , dunkel , hoch , stufig , spannend , verkratzt , kalt , leuchtend , hell , klein , altmodisch , modrig , alt , wohnlich , warm , freundlich , pink , versteckt , interessant , funktional , voll , leer , lang ,
A N H A N G
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