DER VORFÜHRER
Eine sehr steile Außentreppe führt zu dem kleinen versteckten Raum , in dem ich arbeite . Ich bin ganz oben und kann die Menschen im Saal beobachten , wie sie alle auf das was ich auf die Leinwand projiziere starren . Ohne mich würde kein Film laufen . In der kleinen Abstellkammer sind Regale voller alter Filmrollen . Eine große Lichtmaschine , die durch Öffnungen in der Wand den Film auf die Leinwand projiziert steht mitten im Raum . Es gibt keine Fenster und er erinnert mich eher an eine Werkstatt . Die Wände sind voller Filmposter und alten Erinnerungen . Versteckt unter diesen Postern befindet sich noch eine Türe , die direkt durch den Wandschrank in die Wohnung mit Büro führt . In diesem dunklen Raum verbringe ich Stunden und erzeuge die Welt , in der die Besucher eintauchen .
DAS KIND
Von außen schon erkenne ich durch den verglasten Eingangsbereich , die lange Schlange , um eines der beliebten Kinotickets zu erlangen . Mein Vater hat mir schon lange versprochen , zusammen diesen Film anzuschauen . An der Wand links hängen ganz viele Filmplakate , am liebsten würde ich für immer hierbleiben können . Doch meine Augen starren , die ganze Zeit schon etwas anderes an . Gelb braune Maiskugeln , die im Anblick mein Verlangen nach ihnen immer größer werden lässt . Mama sagt die sind ungesund und ich dürfe sie nicht essen , doch ich bin ja mit meinem Vater da . Nun sind wir an der Reihe und ergattern den besten Platz des Saals , ganz hinten in der Mitte . Mein Vater sieht meine glänzenden Augen und weiß genau was das heißt . Er geht schnurgerade auf den Popcornstand zu und holt uns eine Tüte . Jetzt erst sind wir vollständig und der Film kann beginnen .
I N S I D E
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ABB . 11