+3 Magazin September 2020 - Page 5

+ 1
5
Anne M . Schüller , Keynote-Speaker , Autorin und Business-Coach
Wer probiert , gewinnt
Überall auf der Welt definieren Visionäre gerade das Mögliche neu . Vor allem die technologischen Innovateure sind wie auf Speed . Quasi jedes Jahr kann es fortan einen Gutenberg- Moment geben – den sprunghaften Markteintritt einer disruptiven Idee , die die Menschheit neu handeln lässt und damit die ganze Welt ein Stück weit verändert . Wer da nicht mitagiert , wird weginnoviert . Große Neuerungen können aber nur dort gelingen , wo es die passenden organisationalen Strukturen und Mindsets gibt . Kein Unternehmen wird Innovationssprünge erzielen , wenn es seine Mitarbeiter dafür belohnt , ihre Arbeit „ at target , on budget , in time “ abzuliefern , also Punktlandungen auf vorgegebene Ziele zu machen . Im Neuland gibt es keine Erfolgsgarantien . Märkte , die noch nicht existieren , können nicht analysiert , höchstens hoffnungsvoll vorgedacht werden . Ein Alptraum für den klassischen Manager . Der will keine Abenteuer , sondern exakte Zahlen und einen fixen Plan , sozusagen eine Vollkaskoversicherung für neue Ideen . Das zwingt alle im Unternehmen zu Kleinmut und Konformismus .
Wer Innovationen erschaffen will , die die Menschen tatsächlich in ihr Leben lassen , braucht eine Ausprobier- und Experimentierkultur , die das Neuund Andersdenkendürfen für alle Beschäftigten zu einer tagtäglichen Selbstverständlichkeit macht . Die Zukunft der Unternehmen liegt in den Händen unkonventioneller Ideengeber , die mit jungem , wildem , kühnem Tun Umbrüche wagen .
Maximilian Böhr , Leser
Das Internet hatte wohl den größten Einfluss auf unser Leben – leider nicht nur in positiver Hinsicht .
Wim Renirie , Vice President und General Manager Accessory and Wearable Solutions , ams
Mit Sensoren gegen den Virus
Wir wollen wieder zur Normalität zurückkehren . Um die Pandemie zu bekämpfen , müssen Früherkennungssysteme in Verbindung mit schnellen , zuverlässigen und einfach anzuwendenden Tests verfügbar sein , die zudem
NEUE PATENTE 2019 habe vor allem die Digital-Branchen aufgeholt
Digitale Kommunikation 14.175 + 19,6 %
Medizintechnik 13.833 + 0,9 %
Computertechnik 12.774 + 10,2 %
Messtechnik
Arzneimittel
Biotechnologie
9.045
7.697
6.801
+ 3,8 %
+ 4,4 %
+ 1,7 %
DIES IST EINE GESPONSERTE ANTWORT , ALSO EINE ANZEIGE
anonymisiert mit dem Gesundheitssystem verbunden werden können . ams ist führend in innovativer Sensortechnologie , die professionelle Lösungen für das Personal am Point of Care – Ärzte , medizinisches Personal , Pflegekräfte – zum Nachweis von SARS- CoV-2-Viren und -Antikörpern bietet , um so die Ausbreitung von Infektionen zu verlangsamen . Unsere Spektralsensoren , die Farbe und Fluoreszenz in hoher Auflösung erkennen , werden in Antigen- und Antikörpertests zu finden sein , die fast so einfach zu benutzen sind wie ein Schwangerschaftstest ( bekannt als Lateral Flow ). Das optische Sensormodul erfasst die Intensi-
Elektro-Maschinen
un d - G e rä te
Transport
11.255
9.635
+ 5,5 %
+ 6,6 %
Sonstige Spezialmaschinen 6.436 + 1,5 %
Organische Feinchemie 6.167 -0,5%
Quelle : Europäisches Patentamt
tät der für das menschliche Auge unsichtbaren Fluoreszenz mit wesentlich höherer Sensitivität im Vergleich zu den meisten Standardauslesegeräten für Schnelltests . Die kostengünstigen , schnellen und verwechslungssicheren Tests werden elektronisch ausgewertet und die Ergebnisse können zur statistischen Nutzung direkt an Organe des Gesundheitssystems übertragen werden . In Partnerschaft mit deutschen Medizintechnik-Spezialisten wie Senova und midge medical wird ams ab diesem Herbst Tests zur Früherkennung von COVID-19 verfügbar machen , die für höhere Sicherheit im täglichen Leben sorgen können .
DIES IST EINE GESPONSERTE ANTWORT , ALSO EINE ANZEIGE

SANFTE RIESEN LIEFERN ENERGIE AUS DEM MEER

Jan Vollrath , Vice President Offshore Sales , Siemens Gamesa Renewable Energy
Als Henrik Stiesdal seine Idee präsentiert , stößt der Däne auf große Skepsis : viel zu teuer , viel zu kompliziert , technisch nicht umsetzbar . Der Ingenieur und Vordenker will Windkraftanlagen auf See installieren . Kaum jemand glaubt , dass dies funktioniert . Geschweige denn , dass man damit konkurrenzfähig Energie erzeugen kann . Gegen alle Widerstände wagt Stiesdal trotzdem das Abenteuer und baut 1991 den ersten Windpark der Welt auf See . Der Erfolg gibt ihm Recht und der Park im dänischen Vindeby legt den Grundstein für eine zunächst verhaltene , dann aber rasante Entwicklung .
Erst 2010 nimmt mit Alpha Ventus der erste deutsche Offshore-Windpark seinen Betrieb auf , aber auch er ist ein technischer Meilenstein . Standen die Turbinen 1991 nur rund 1.000 Meter vor der Küste , liegt Alpha Ventus 45 Kilometer nördlich von Borkum mitten in der Nordsee . Heute werden moderne Windkraftwerke bis zu 150 Kilometer von der Küste entfernt installiert . Seit Alpha Ventus hat der Ausbau erheblich an Fahrt aufgenommen , was
auch daran liegt , dass Versicherungen und Banken mittlerweile von der Technologie überzeugt sind . Die Investitionsbereitschaft ist enorm und befeuert ständig neue Innovationen . Unsere Anlagen werden immer zuverlässiger , sicherer und wirtschaftlicher . Schwimmende Windenergieanlagen oder die Wasserstoffproduktion auf hoher See erweitern ihre Einsatzmöglichkeiten .
Sauberer und günstiger als fossile Energieträger
Wenn wir heute Turbinen auf See installieren , entstehen Windkraftwerke , deren Leistung der von Kohleoder Atomkraftwerken entspricht , nur dass sie den Strom viel günstiger produzieren und weder radioaktiven Abfall noch Treibhausgase verursachen . Da der Wind auf der Nordsee an rund 335 Tagen im Jahr weht , können sie heute als Grundlastkraftwerk angesehen werden . Mit modernen Speichertechnologien und der Wasserstoffproduktion werden wir künftig die gleiche Versorgungssicherheit erreichen wie mit fossilen Energieträgern . Offshore-Windturbinen treiben als sanfte Riesen unsere Industrie an , betanken unsere Elektroautos und laden unsere Smartphones . Rund 24.000 Menschen in Deutschland finden in der Branche Arbeit . Wenn die Bundesregierung nun die Rahmenbedingungen schafft , die Kapazitäten bis 2040 auf 40 Gigawatt zu erhöhen , werden sicherlich noch viele tausend Jobs hinzukommen . Ein Drittel unseres Strombedarfs kann dann auf See produziert werden und wir kommen der Klimaneutralität einen großen Schritt näher . Henrik Stiesdal hatte das Ende der 1980er schon im Kopf , als er seine Vision von der Energie aus dem Meer verkündete . Heute ist aus der Vision Realität geworden .
Mehr Infos unter : siemensgamesa . com