+3 Magazin September 2020 - Page 16

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WIR FRAGEN :

WOHIN KANN DIE

REISE GEHEN ?

... und was ist Ihre Meinung ?

www . plus-drei . de antwort @ plus-drei . de
Erst seit Anfang September werden Einwegmasken „ Made in Germany “ in großem Stil produziert . Ab 2021 sollen es dann schon sieben Milliarden sein – pro Jahr . Quelle : Bayerischer Rundfunk
© iStock ./ martin-dm
Christoph Carnier , Präsident Verband Deutsches Reisemanagement ( VDR )
Einfach unverzichtbar
Geschäftsreisen und der persönliche Kontakt werden wichtiger Bestandteil der Geschäftstätigkeit von Unternehmen bleiben . Sie dienen einem unternehmerischen Zweck und sind eine wirtschaftliche Notwendigkeit . Bei vielen Mitarbeitern wächst zudem der Wunsch , Geschäftspartner auch wieder persönlich zu treffen . Fast alle Unternehmen erlauben zumindest in begründeten Ausnahmefällen wieder nationale und internationale Dienstreisen . Wir nehmen momentan wahr , dass der Trend nach oben zeigt . Wir gehen zwar davon aus , dass die Corona-Pandemie
Anzahl und Struktur der Geschäftsreisen verändern wird , jedoch weniger dramatisch als teilweise medial dargestellt . Die überwiegende Mehrheit der Geschäftsreise-Experten unserer Mitgliedsunternehmen rechnet mit Rückgängen von zehn bis maximal 30 Prozent . Die persönliche Verständigung wird wichtig bleiben und ist nicht dauerhaft durch virtuelle Kommunikation zu ersetzen . Für eine der größten Volkswirtschaften und eine starke Exportnation bleiben Geschäftsreisen ein notwendiges Erfolgsinstrument . Regionale Wertschöpfung etwa in Gastronomie , Einzelhandel und Dienstleistungssektor entsteht nicht durch Videokonferenzen . Es ist wichtig , dass die notwendigen Geschäftsreisen in Zukunft – unter Beachtung der Sicherheitsund Hygienebestimmungen – so sicher , aber auch so effektiv wie möglich durchgeführt werden können .
Ruhe finden
Monika Menzel , Leserin
Wohin die Reise gehen kann ? Bei mir jedenfalls nicht groß weg vom Haus . Seit März plagt mich eine atypische Herzmuskelentzündung , die nicht weggehen möchte . Zunächst wurde also der Städtetrip zu Ostern abgesagt , dann der Sommerurlaub in Großbritannien . Stattdessen : Verlängerte und verstärkte Aufenthalte auf der Gartenliege unterm Baum . Tagelang . Wochenlang . Monatelang . Ich schaute den Blättern beim Wachsen zu und beobachtete die Vögel bei ihren letzten Nestverschönerungen . Die kennen mich nun schon ganz gut , haben mich in die Kategorie „ harmlos
“ eingestuft und hüpfen ganz nah an der Gartenliege herum . Ich trank Tee , lernte ein neues Strickmuster , hörte Podcasts und tagträumte mich hin und wieder in andere Welten . Ich tat alles , was ich in dieser Intensität vorher nie gemacht hatte – und das ganz ohne schlechtes Gewissen . Nichtstun war mir ja sozusagen ärztlich verordnet worden . Mit der Tatenlosigkeit stellte sich eine innere Ruhe ein , die ich so vorher nicht kannte . Ich fand das Gegenstück zu Effizienz und Produktivität . Es eröffnete sich ein Raum für einen anderen Modus . In diesem Sommer ging die Reise zu mir selbst .
Ina Wachs , Leserin
Ich hoffe , wie wir alle , auf ein baldiges Ende der aktuellen Lage . Die Reise kann somit eigentlich nur in die „ Normalität “ gehen . Weg von der Angst und wieder hin zur Hoffnung .