+3 Magazin September 2019 - Page 25

HAND IN HAND MIT DER DIGITALISIERUNG Anzeige Ein Interview mit Frank Tscherwen, Verlagsleiter der Westermann Gruppe, über die Herausforderungen und Chancen von digitalem Unterricht Lernen und Unterrichten im digitalen Zeitalter – welche Herausforderungen kommen jetzt auf Schulen zu? Die Schulen müssen sich diesem Thema stellen. Ein einfaches „Weiter so“ wird es nicht geben. Das ist natürlich ein enormer Kraftakt für die Schulen, gleichzeitig aber auch eine große Chance. Die Herausforderungen sehe ich auf drei Ebenen: • Die Ausstattung: Für einen stärker digital gestützten Unterricht braucht jede Schule eine eigene IT-Infrastruktur. Dabei stellt sich die Frage, wie die Schule eine solche Ausstattung bekommt – und besonders auch, wer sich dauerhaft darum kümmert. • Die Ausbildung der Lehrkräfte: Viele Lehrerinnen und Lehrer sind offen und motiviert, digitale Medien im Unterricht einzusetzen. Sie brauchen dabei aber Unterstützung und müssen entsprechend ausgebildet werden. • Die Konzepte: Damit der Technikeinsatz in einer digitalisierten Schule nicht nur Spielerei ist, sondern das Lernen erfolgreicher macht und die Lehrkräfte entlastet, brauchen die Schulen didaktische Konzepte und die passenden digitalen Unterrichtsmaterialien. Welche Vorteile bringen der Digitalpakt und der Unterricht in einem digital ausgestatteten Klassenzimmer? Wenn der Digitalpakt erfolgreich sein soll, müssen die Schulen zunächst mit ent- sprechender Technik ausgestattet werden. Das allein reicht aber nicht: Tablets für jede Schülerin und jeden Schüler bringen nur dann etwas, wenn auf den Geräten auch die passenden Inhalte sind. Die Finanzierung von Hardware, von Content und von Fortbildung der Lehrkräfte muss also Hand in Hand gehen. Unterricht mit digitalen Medien kann zum Beispiel durch den Einsatz von Filmen, Animationen oder Simulationen anschaulicher werden – und auch individueller. Schon jetzt ist Differenzierung im Unterricht ein großes Thema. Durch digitale Ange- bote, die individuelle Lernwege ermöglichen, kann aber jeder Schüler und jede Schü- lerin noch besser gefördert und gefordert werden. Gleichzeitig werden die Lehrkräf- te dadurch entlastet und können sich besser um den einzelnen Schüler kümmern. Welche Rollen spielen die Bildungsmedienverlage bei dieser Entwicklung? Was wird aus dem guten alten Schulbuch? Die Hauptaufgabe der Verlage ist es, die Lehrkräfte bei ihrer Arbeit, der Vorbereitung und Durchführung von Unterricht, zu unterstützen. Das Schulbuch ist der rote Faden durch das Schuljahr. Das wird auch zukünftig so sein, nur wird es eben digitaler. So sind in der BiBox, der Unterrichtsplattform der Westermann Gruppe, nicht nur alle digitalen Schulbücher, sondern auch zahlreiche Ergänzungen wie multimediale und interaktive Angebote enthalten. Damit haben die Lehrkräfte und auch die Schülerin- nen und Schüler immer alles verfügbar, was sie zum Unterrichten beziehungsweise zum Lernen brauchen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche andere digitale Möglichkei- ten: von der Leseförderung mit Antolin und der Online-Diagnose, um die Leistungs- stände der Schülerinnen und Schüler effizient zu testen und individuelle Förderung zu ermöglichen, über die Plattform kapiert.de zum selbständigen Lernen und Üben in der Schule oder zu Hause bis hin zu Georg, einem Portal für die berufliche Bildung. Und was haben schließlich die Schülerinnen und Schüler davon? Im Alltag ist für sie der Umgang mit digitalen Medien Routine. Dies geschieht aller- dings häufig unreflektiert. Wichtige Aufgaben der Schule sind es daher, Medienkom- petenz bei den Schülerinnen und Schülern aufzubauen, sie mündig im Umgang mit dem Internet und mit digitalen Medien im Allgemeinen zu machen und sie natürlich auf das Berufsleben vorzubereiten. Außerdem kann für sie das Lernen motivieren- der, anschaulicher und letztlich erfolgreicher werden, da sich die Lernangebote besser auf den Einzelnen abstimmen lassen.