+3 Magazin September 2019 - Page 10

+1 10 › Cem Özdemir, Bundestagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen Zug um Zug weniger Flug Wer gerade mit der Bahn, im Bus oder mit dem Rad unterwegs ist, tut dies wahrscheinlich nicht, um un- seren Planeten zu retten. Aber die Klimakrise ist da: Wir stoßen viel zu viel CO 2 aus und das hat auch damit zu tun, wie wir uns von A nach B be- wegen. Der Verkehr ist für rund ein Fünftel der Klimagase verantwort- lich. Ohne Verkehrswende ist also kein wirksamer Klimaschutz mög- lich. Das heißt für mich nicht, von oben zu diktieren, wer sich wie zu bewegen hat. Wir wollen die Men- schen mit attraktiven Alternativen im wahrsten Sinne des Wortes zum Umsteigen bewegen. Jeder, der nicht gerade von Flugtaxis träumt und jede, die kein Benzin im Blut hat, landet da bei der zentralen Rolle von Bus und Bahn. So ist es bemerkens- wert, wenn selbst die Luftfahrtbran- che in der Debatte um Alternativen zum innerdeutschen Fliegen nicht protestiert. Was zur Alternative fehlt, ist eine Politik, die bei der Schiene klotzt statt kleckert. Um Bahnfahren zur ersten Wahl zu machen, müssen wir die Fahrzeit zwischen möglichst vielen Fahrzielen im Inland und im nahen Ausland auf maximal vier Stunden senken. Das geht, wenn wir jetzt massiv in den Ausbau des Net- zes investieren. Nicht zuletzt muss Bahnfahren günstiger werden. Umso besser, dass sich fast alle Parteien im Bundestag für eine Mehrwertsteu- ersenkung auf Bahntickets ausspre- chen. Die muss aber auch kommen, damit es endlich heißt: Zug um Zug weniger Flug. Maria Rerrich, Leserin Mobile Inflation Warum muss man für Urlaubsreisen eigentlich in die Ferne fliegen? Schö- ne Strände, Bergregionen und Natur- parks, fremde Kulturen, anspruchsvolle Bildungsziele und teure Wellnesshotels sind mit der Bahn zu erreichen. Und mit Schülern muss man nicht nach Bar- celona oder Stockholm fliegen, solange Lübeck, Rostock, Aachen oder Trier nur vom Hörensagen bekannt sind. PROBLEMFALL TREIBHAUSGASE Die Verteilung der Emissionen ist ein Spiegelbild der Globalisierung Anteile an historischen Gesamtemissionen 15,1 % Treibhausgasemissionen 2016 USA 13,9 % Europäische Union (ohne Deutschland) 24,0 % 26,9 % China 11,8 % 7,3 % Russland 6,1 % Deutschland Joachim Schubert, Leser 7,7 % 4,7 % 30,9 % 2,2 % 1,9 % Brasilien 4,1 % 1,6 % Besser als ihr Ruf Auf den ersten Blick sieht es aus, als ob Kohlekraftwerke schuld daran sind, dass Klimaziele verfehlt werden. Aber: 1990 wurden bei der Produktion einer Kilowattstunde 764 Gramm CO 2 ausge- stoßen, 2017 waren es 489 Gramm. Das ist eine Abnahme um 36 Prozent. Bis 2020 wird der Zielwert von 40 Prozent erreicht sein. Ein vorzeitiges Abschal- ten von Kohlekraftwerken ist dafür nicht erforderlich. Die Wirkungsgrad- verbesserung durch den Einsatz neuer Technik in modernen Kohle- und Kom- biblöcken zahlt sich aus. Die deutschen Stromerzeuger haben ihre Hausauf- gaben gemacht, was man von anderen Branchen nicht behaupten kann. 5,7 % Indien 36,0 % Restliche Welt Quelle: PIK Julia Pongratz, Professorin für Physische Geografie und Landnutzungssysteme, Ludwig-Maximilians- Universität München Speicher gesucht Um maximal zwei Grad darf die glo- bale Mitteltemperatur gegenüber der vorindustriellen Zeit ansteigen, so wurde es im Pariser Klimaabkommen niedergelegt. Mit den derzeitigen Anstrengungen steuern wir auf drei bis vier Grad zu. Wie können wir das Zwei-Grad-Ziel erreichen? Ohne eine rasche Reduktion der Emissionen aus fossilen Energien auf nahe Null wird es nicht gehen. Darüber hinaus kom- men in den meisten Szenarien Nega- tivemissionstechnologien zur Anwen- dung. Durch sie wird Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufgenommen und gespeichert. Aufforstung zählt prominent dazu, denn Wälder spei- chern schon heute etwa ein Viertel aller menschgemachten Emissionen – eine gigantische Dienstleistung der Vegetation. Wälder können auch die Temperaturen vor Ort verändern – erwärmen, wenn dunkle Koniferen schneereiche Gebiete erobern und viel Sonnenlicht absorbieren, aber oft auch kühlen durch hohe Verduns- tung. Solche Effekte sind zwar nicht leicht zu bestimmen, müssen aber für eine vollständige Einschätzung von Aufforstung als Klimaschutzmaßnah- me auch auf lokaler Skala berücksich- tigt werden. Global gesehen können durch Aufforstung wohl ein bis zwei Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr gespeichert werden. Dem stehen jedoch menschgemachte Emissionen von derzeit elf Milliarden Tonnen gegenüber. Was es also braucht, ist – neben einer weitgehenden Reduktion der fossilen Emissionen – ein ganzes Portfolio aus Negativemissionstech- nologien. DIES IST EINE GESPONSERTE ANTWORT, ALSO EINE ANZEIGE DIE ENERGIEZUKUNFT IST DEZENTRAL UND ERNEUERBAR Detlef Neuhaus, CEO SOLARWATT GmbH Es ist ganz einfach: Die Photovoltaik- Anlage auf dem Dach erzeugt den Strom für das Gebäude. Kostenlos und umweltfreundlich. Die Be- wohner verbrauchen die Sonnen- energie vom eigenen Dach in ih- rem Haushalt und laden damit ihr Elektroauto. Überschüssiger Strom fließt in eine Wärmepum- pe oder in einen Batteriespei- cher, der den Strom nach Son- nenuntergang zur Verfügung stellt. Damit holen die Hausbe- wohner das Maximum aus jedem Energie erzeugen Energie managen Energie speichern Sonnenstrahl, der auf ihre Photovoltaik-Anlage fällt. Was für einige vielleicht visionär klingt, ist als Lö- sung schon lange auf dem Markt und als Techno- logie erprobt. Photovoltaik lohnt sich angesichts steigender Strompreise immer mehr. Wozu den grünen Sonnenstrom für zehn Cent EEG-Ver- gütung ins Netz einspeisen und anschlie- ßend 30 Cent für grauen Netzstrom zah- len? Sorgen über steigende Stromkosten sind Vergangenheit: Es winken Einspa- rungen in fünfstelliger Höhe. Nur bei SOLARWATT vereinen sich die drei Säulen grüner Energie unter einem Dach: Energie erzeugen, Energie ma- nagen und Energie speichern. Alle we- sentlichen Komponenten des schlüs- selfertigen PV-Systems kommen aus einer Hand. Made in Germany und perfekt aufeinander abgestimmt. Mehr Infos unter: www.solarwatt.de ›