+3 Magazin September 2014 - Page 6

+1 6 Ursula Lehr, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der SeniorenOrganisationen Bagso Alte Vorurteile Schon heute haben viele Unternehmen Probleme, ihren Fachkräftebedarf zu decken – mit weitreichenden Folgen für die Unternehmen selbst und den Wirtschaftsstandort Deutschland. Angesichts der demografischen Entwicklung ist ein Umdenken in den Führungsetagen daher dringend geboten. Als erstes muss es darum gehen, brach liegendes Erwerbspotenzial stärker zu nutzen, dass heißt mehr Über-50-jährige ins Erwerbsleben zu integrieren. Die Beschäftigungsquote dieser Gruppe ist in den letzten Jahren zwar gestiegen, aber nahezu die Hälfte aller Betriebe beschäftigt keine Über-50-jährigen. Noch immer bestehen gegenüber älteren Menschen gravierende Vorurteile, insbesondere was ihre Leistungsfähigkeit und ihre Lernfähigkeit betrifft, obwohl zahlreiche Studien und auch die Erfahrungen von Unternehmen, die vorwiegend Ältere beschäftigen, das Gegenteil belegen. Auch gibt es zahlreiche Beispiele guter Praxis, wie auch ältere Arbeitslose durch gezielte Weiterqualifizierungen erfolgreich in das Berufsleben reintegriert werden konnten. Vor allem aber müssen Unternehmen alles dafür tun, die Arbeitsfähigkeit ihrer Beschäftigten zu erhalten: Neben einer ergonomischen Gestaltung des Arbeitsumfelds und Angeboten zur Gesundheitsvorsorge geht es auch um die bisher stark vernachlässigte Einbeziehung in Weiterbildungsangebote sowie die Entwicklung neuer Arbeitszeitmodelle. FÜR EINE HANDVOLL EUROS Svenja Reismann, Leserin ANTEIL DER LEISTUNGSBERECHTIGTEN, DIE ALG II BEZIEHEN, ABER NICHT ARBEITSLOS SIND 15% 5% vorruhestandsähnliche Regelungen ungeförderte Erwerbstätigkeit Vor den Toren Europas Die Fachkräfte der Zukunft laufen täglich stundenlang zu ihrer Grundschule aus Lehm, helfen ihren Eltern danach bei der Feldarbeit und erledigen nebenbei noch ihre Hausaufgaben. So werden sie zu Kämpfernaturen bzw. so werden die Kämpfernaturen herausgefiltert. Wenn sie dann das Glück haben, Zugang zu den nächsten Bildungsstufen zu bekommen, so werden sie am Ende diejenigen sein, die alle überragen. 14% Schule, Studium, Erziehung, Pflege 6% Arbeitsunfähigkeit 11% arbeitsmarktpolitische Maßnahme Quelle: Bundesagentur für Arbeit DIES IST EINE GESPONSERTE ANTWORT, ALSO EINE ANZEIGE Stefanie Hornung, Pressesprecherin Zukunft Personal Wo Fachkräfte sich respektiert fühlen Frauen, Personen mit Migrationshintergrund, Mitarbeiter aus den eigenen Reihen – es gibt noch viele ungenutzte Möglichkeiten, potenzielle Personalengpässe zu schließen. Doch um Fachkräfte zu finden und zu binden, sind auch neue Strukturen in Unternehmen gefragt: beispielweise flexible Arbeitsbedingungen, eine demokratischere Führungskultur und faire Bezahlung. Genau diese Themen werden wir auf der Messe Zukunft Personal vom 14. bis 16. Oktober in Köln in den Mittelpunkt stellen. Die Vortragsreihen „Cross-Border Recruiting“ zum Thema weltweite Personalgewinnung oder „Social Media im Personalwesen“ zum Umgang mit Facebook, Twitter, Xing & Co. sowie das „FutureLAB HR“, eine softwaregestützte, interaktive Ideenbörse zur Arbeitswelt von morgen, erwarten die Personaler der Zukunft. Kontaktieren Sie mich gerne unter 0621 70019-205, s.hornung@messe.org Heiner Thorborg, Headhunter Die neuen Fachkräfte kommen von Außen Na, auf den Bäumen wachsen Nachwuchskräfte nicht! Denn viele junge Deutsche verspüren wenig Lust auf Karriere. Personalvorstände klagen schon, Bewerber würden nicht mehr zuerst nach dem Dienstwagen, sondern nach Sabbaticals, Elternzeit und Kinderbetreuung fragen. Karriere ist offenbar out, Spaß mit Kumpels und Kids ist in. Das Phänomen nennt sich Generation Y – wenn man den Buchstaben englisch ausspricht, wird „Why“ daraus. In Deutschland hinterfragt eine ganze Generation von Nachwuchsakademikern, warum sie sich mit so etwas Altmodischem wie Arbeit noch die Mühe machen soll. Die jungen Spanier, Italiener, Griechen und Chinesen sehen das oft anders. Laut OECD ist Deutschland inzwischen das zweitbeliebteste Einwanderungsland der Welt nach den USA. Und wer heute hier antritt, ist keineswegs der wenig gebildete „Gastarbeiter“ der Vergangenheit. Der Anteil der Akademiker liegt unter den Zuwanderern aus Europa mit 34 Prozent sogar höher als der unter den Inländern mit 26 Prozent. Die außereuropäischen Einwanderer weisen mit 38 Prozent von allen den größten Anteil an Hochqualifizierten auf. Viele haben bereits im Ausland studiert und sind willig, sich auf neue Sprachen und Kulturen einzulassen. Und vor allem haben sie Lust auf Erfolg. Die Personalchefs, denen die „hofier mich“-Haltung unserer eigenen Generation Y auf die Nerven fällt, finden die Fachkräfte von morgen also unter den international mobilen Köpfen aus aller Welt. Anzeige Looking for tomorrow’s global problem-solvers? Look no further: www.hertie-school.berlin Students and professionals from over 40 nations Master of International Affairs | Master of Public Policy study at the Hertie School of Governance in Berlin— Executive Master of Public Administration Germany’s leading public policy school. Doctoral Programme in Governance | Executive Education Understand today. Shape tomorrow. Anz-plus3-HSOG-241x104-140822-RZ.indd 1 22.08.14 17:49