+3 Magazin Oktober 2013 - Page 13

LeserAntworten Oktober 2013 Wie ökologisch ist die Stadt? Wie ökologisch ist die Stadt? Drei Thesen zur nachhaltigen Stadt 1. Sie kostet Geld, was Arme mehr belastet Wie ökologisch ist die Stadt? In einer von IT und Internet geprägten Welt sollte das Ziel sein, diese Technologien zu nutzen, um den Menschen Unnützes zu ersparen, bsw. Fahrzeiten zu optimieren, Zeit zu schenken und Stress zu reduzieren. Doch das Gegenteil ist der Fall. Klaus Münster Wie ökologisch ist die Stadt? Umweltzonen sind ein erster Schritt in Richtung saubere Luft und mehr Lebensqualität für Stadtbewohner. Generell weniger Ausstoß und geförderte e-Mobilität wären weitere Lösungen. Olaf Wie ökologisch ist die Stadt? Freizeitmöglichkeiten hin oder her. Die meisten Städte trumpfen vor allem mit Lärm, Gestank und Dreck auf. als Wohlhabende. Ihre Verteilungswirkungen müssen in Rechnung gestellt werden. 2. Sie erfordert mehr als passive Duldung. Recycling z.B. ist nur in dem Maße effizient, wie die Bürger es aktiv mittragen. Nicht alle aber verfügen über die nötigen Informationen und das nötige Maß an Disziplin, um als Mitproduzenten der nachhaltigen Stadt zu handeln. Die Erfordernisse der Nachhaltigkeit müssen zur Allgemeinbildung werden. 3. Sie verlangt Änderungen der städtischen Lebensweise. Zwang reicht da nicht. Die nachhaltige Stadt muß mit einem Bild vom besseren Leben verknüpft sein. Das aber ist eine Frage, auf die nur Utopien Antwort geben. Mit der Vertreibung aus dem Paradies ist die Natur dem Menschen zum Feind und sein Leben zu Schweiß und Mühe geworden. Städtisches Leben ist der Versuch, sich von diesem doppelten Fluch zu befreien. Der erste Städter war der, der sich nicht tagtäglich mit einer feindlichen Natur auseinandersetzen musste, und wer über genügend Geld und die nötigen Mittel verfügt, dem liefert die Stadtmaschine Güter und Dienstleistungen zur Befriedigung noch der intimsten Bedürfnisse. Soweit der ökologische Umbau mit Notwendigkeiten argumentiert und nicht mit dem Versprechen auf ein Reich der Freiheit jenseits des Reichs der Notwendigkeit, gerät er in Widerspruch zum utopischen Versprechen der Stadt auf Befreiung vom Natur- wie vom Arbeitszwang. Vor allem daran kann er scheitern. Walter Siebel Marta Steingreber Wie ökologisch ist die Stadt? Wie grün kann Luxus sein? Durch Niedrigenergiehäuser, hohem Baumbestand und Freiflächen ließe sich urbaner Raum in grüne Oasen verwandeln. Möglichkeiten sind vorhanden, doch Stadtplaner denken oftmals in wirtschaftlichen Mustern und ziehen Luxusimmobilien und Einkaufszentren einem neuen Park und glücklichen Bewohnern vor. Sebastian Hammers Wie ökologisch ist die Stadt? Ein Ansatz, die urbane Logistik zu verbessern, besteht in der „demokratischen“ Nutzung bestehender Lagereinrichtungen, Lieferfahrzeuge und der öffentlichen Verkehrssysteme. Derzeit besteht der Ansatz bei urbaner Logistik darin, dass die meisten privaten Logistikunternehmen ihre eigenen Lagerhäuser und Lieferfahrzeuge zur Lagerung und Auslieferung von Waren an ihre Kunden nutzen. Das Ergebnis sind nicht genutzte Anlagen und die Zunahme von Staus, da Lagerhäuser und Lieferfahrzeuge nicht bis zur Kapazitätsgrenze ausgelastet sind. Gleichzeitig nutzen Städte ihre Systeme des öffentlichen Nahverkehrs ausschließlich für die Beförderung von Personen und übersehen dabei die Möglichkeit, dieselben Systeme für andere Zwecke einzusetzen. Durch die Verpflichtung von Unternehmen, ihre Lagereinheiten und Lieferfahrzeuge mit anderen zu teilen und den öffentliche Nahverkehr in den Lieferprozess einzubinden, erleben die Pioniere unter den Städten, dass sie Staus erheblich reduzieren und die Nutzung sowohl ihrer privaten als auch der öffentlichen Infrastruktur verbessern können. Rod Franklin Wie grün kann Luxus sein? Ich glaube einige der luxuriösesten Dinge der Welt hab eine sehr gute Klimabilanz, die Maßschuhe aus Pferdeleder von meinem Schuster zum Beispiel, oder mein Stadthaus, das so konzipiert ist, dass es beim Bau keine negative Klimabilanz mehr gab. So ausgetüftelt, dass es kaum Energie braucht, um mir Wärme oder Kälte zu geben. Grünen Luxus kann man an vielen Beispielen fest machen und den Leuten zeigen, dass es ihn gibt, wenn den ein Markt dafür da ist. Leider ist dieser Markt oft nicht da oder es fehlt dem Klientel an dem nötigem Geschmack, und sie bevorzugt lieber den teuren Einheitsbrei von Versace oder Prada, welcher somit zum Luxus erhoben wird, trotz Kinderarbeit und der Verwendung extrem giftiger Stoffe in der Produktion. Was den ungesättigten Markt angeht gibt es noch ein gutes Beispiel. Als ich vor einiger Zeit bei dem Autohändler meines Vertrauens war und ihn unvorbereitet gefragt habe, ob es die Limousine auch mit einem Elektro- bzw. Wasserstoffmotor gibt. Gibt es leider nicht und man denke auch nicht in nächster Zeit darüber nach, es wäre möglich das in 1 bis 2 Jahren ein Kleinwagen kommt, der seine Kraft aus dem Akku hat. Vielleicht wird das mein Luxus, den ich der Natur widme, indem ich auf einen Kleinwagen mit Elektromotor umsteige und somit meinen materiellen Luxus etwas zurückschraube, um den unbezahlbaren Luxus zu genießen, in einer intakten Natur zu Leben. Eugen Eugenjeni 13