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Hand in Hand
Der Verkehr ist nach der Energiewirtschaft und der Industrie mit rund 20 Prozent CO 2 -Ausstoß der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen in Deutschland . Der weitaus größte Teil der Verkehrsemissionen entfällt auf den Straßenverkehr . Das heißt : Energiewende ohne Verkehrswende geht gar nicht – und umgekehrt . Deutschland wird seine Klimaziele nur erreichen mit einer Verkehrswende , die konsequent dafür sorgt , dass der Energieverbrauch
Frank Ziener , Leser
Karin Teichmann , Vorständin EUREF Campus
Schnelle Lösung
Leichte elektrische Fahrzeuge mit einem 220 Volt / 3,5 Kilowatt Schuko-Ladeanschluss decken die 90 Prozent Alleinfahrten ab . Für die Ladeinfrastruktur können nicht nur Städte , sondern flächendeckend alle Kommunen gleich die bereits verfügbaren Straßenbeleuchtungsnetze miteinbeziehen und rüsten sie an den richtigen Stellen wie Parkplätzen mit günstiger Ladetechnik inklusive Bezahllösung bedarfsweise auf .
Adam Libor , Leser
Um das Sharing hinsichtlich der Auslastung zu verbessern , könnte die Nutzung von mindestens zwei Personen vorgegeben werden . Bei Einzelnutzung wäre der Preis deutlich höher . Vorteil : Das Verkehrsaufkommen reduziert sich um die Hälfte . Ganz nach dem Motto : Willst du weit kommen , dann gehe gemeinsam .
Hanno Langfelder , Leser
Stadt den Menschen
Mobilitätskonzepte gibt es genug . Man kann einen ganzen Autostau damit füllen . Was fehlt , ist eine entschlossene , zügige , mutige und gut finanzierte Umsetzung . In einer Stadt wie München gibt es viel Potenzial dafür , dass Menschen das Auto verlassen und umsteigen . Mehr sichere Radinfrastruktur . Eine Anti-Stau-Gebühr ( Citymaut ) verbunden mit Park-and-Ride-Angeboten . Eine Umwandlung der innerstädtischen Parkplätze in grüne Oasen , Radstellplätze und Aufenthaltsflächen . Diese Konzepte bringen Bewegung in die Staustadt . Alle profitieren von weniger privatem Autoverkehr . Für bessere Luft , weniger Lärm , mehr Lebensqualität und zukunftsfähigen Klimaschutz .
des Verkehrssektors sinkt . Nicht nur eine Antriebswende , die lediglich den Austausch von Antriebssystemen zum Ziel hat , sondern eine Verkehrswende gestützt auf technologische Entwicklungen , politische Rahmensetzungen , gesellschaftliche Akzeptanz und Innovation . Also eine Reduzierung , Verlagerung und Verbesserung des Verkehrs . Der noch verbleibende Endenergiebedarf des Verkehrs muss dann , dank einer verlässlichen Energiewende , mit bezahlbaren klimaneutralen Antriebsenergien gedeckt werden , die in motorisierten Fahrzeugen effizient und für den Nutzenden bezahlbar eingesetzt werden . Strom aus Wind und Sonne wird nach heutigem Kenntnisstand zukünftig zum wichtigsten Energieträger für den Verkehr . Zur Senkung unseres CO 2 -Ausstoßes führt das allerdings nur , wenn der regenerative Strom für den Verkehr zusätzlich produziert wird . Die Energiewende muss deshalb , eine Binsenweisheit , beschleunigt werden , mit der Verkehrswende Schritt halten und mit ihr politisch und wirtschaftlich synchronisiert werden .
Bernd Kühn , Leser
Freude und Verständnis
In der Ölkrise 1973 reagierte die Politik mit vier autofreien Sonntagen . Richtig wäre wohl gewesen , die Forschung schon damals so zu unterstützen , dass eine echte Mobilitätswende hätte eingeleitet werden können . Unsere freie Gesellschaft hat sich selbst viele Regeln und Verbote gegeben . Bei aller Fortentwicklung darf jedoch nicht die Freude an der Bewegung den Menschen genommen werden . Ich fahre einen Oldtimer und erfreue damit auch viele andere Verkehrsteilnehmer . Aus Leidenschaft organisiere ich eine Oldtimerveranstaltung in Berlin . Die CO 2 - Belastung des Events kompensiere ich auf freiwilliger Basis durch die Unterstützung eines Baumpflanzprojekts . Das Verständnis für die Ressourcenschonung ist auch in der Oldtimerszene angekommen . Verständnis führt aus meiner Sicht schneller zum Ziel und wirkt nachhaltiger als Verbote . Daneben kommt mir auch oft der Energieaufwand , der zur Herstellung der Fahrzeuge aufgewendet wird , zu kurz . Mein Oldtimer ist 53 Jahre alt und läuft immer noch bestens . Er hat also im Durchschnitt jetzt die Produktion von vier weiteren Autos eingespart . Für batteriebetriebene Fahrzeuge scheint das Halten der Wertstoffe im Systemkreislauf nicht gelöst . Eine Komplettumstellung auf E-Mobilität ist aufgrund der Rohstoffknappheit gar nicht möglich , daher muss jetzt in die Forschung für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge investiert werden . Sonst wiederholt die Politik den Fehler von 1973 .
Einkauf
Ausbildung
MOBILITÄTSZWECKE
Dafür sind wir unterwegs
Ein Fünftel des Verkehrs ist Berufspendeln
Dienst
1 %
Öffentliche Verkehrsmittel
Erledigung
12 %
7 % 4 %
17 %
Arbeitsweg
Zurückgelegte Distanzen nach Verkehrsmittel
3 %
21 %
6 %
Freizeit
Fahrrad
Auto zu Fuß ( Mitfahrer : innen )
22 %
Ihr Name , Leserin
Schreiben Sie uns , was Sie zu den kommenden Fragen auf der letzten Seite denken .
6 %
34 %
67 %
Begleitung
Auto ( Fahrer : innen )
U m f ra g e u n te r m e h r a l s 3 0 0 . 0 0 0 Pe r so n e n , 20 1 7 ; Abweichung von 100 Prozent durch Rundung
Quellen : MiT 2017 , Agora Verkehrswende
Elmar Baumann , Geschäftsführer Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie ( VDB )
Klimaschutz nur mit Biokraftstoffen
Selbst wenn der Ausbau der E-Mobilität optimal verläuft : Auch 2030 fahren hierzulande über 30 Millionen Autos mit einem Verbrennungsmotor , nicht zuletzt der Großteil der schweren Nutzfahrzeuge . Nachhaltige Biokraftstoffe tragen dazu bei , dass auch dieser Fahrzeugbestand weniger CO 2 ausstößt . Biokraftstoffe sind derzeit die einzige in größerem Umfang vorhandene Alternative zu fossilen Kraftstoffen , sie stellen über 95 Prozent der erneuerbaren Energien im Straßenverkehr . Bis 2030 werden sie dort den größten Beitrag
Marc-Oliver Prinzing , Vorstandsvorsitzender Bundesverband Betriebliche Mobilität
Handeln gefordert
Unternehmen mit Fuhrpark sind wichtig für einen Mobilitätswandel und die Autoindustrie . Als wichtige Kundengruppe sind sie Treiber für Weiterentwicklung und Innovation . Sie investieren kontinuierlich in alternative Antriebe für ihre Flotten , vor allem auch in Elektrofahrzeuge . Doch Pandemie , Halbleiterkrise und nicht zuletzt der Ukraine-Krieg verschärfen Lieferengpässe , erhöhen Wartezeiten extrem und führen zu einem echten Problem : die Planungsunsicherheit aufgrund der auslaufenden Innovationsprämie . Nach jetzigem Stand wird der erhöhte Umweltbonus von bis zu 9.000 Euro für E-Fahrzeuge nur ausgezahlt , wenn das Fahrzeug – unabhängig vom Bestelldatum – bis zum Ende 2022 zugelassen ist . Bei den bestehenden Lieferschwierigkeiten ist das nahezu unmöglich . Für Fuhrparkverantwortliche bedeutet das , dass unter Umständen die komplette Kalkulation über Bord geworfen werden muss und Investitionen in Elektromobilität ausgebremst werden . Das Risiko vor Augen bestellt derzeit kein Unternehmen . Diese Handbremse kann nur die Politik lösen . Das Zusageverfahren zum Umweltbonus muss der Lage angepasst werden . Eine Förderzusage sollte nicht abhängig vom Zulassungstermin , sondern von der verbindlichen Bestellung sein . Die positive Entwicklung könnte sonst einen erheblichen Dämpfer bekommen und die Chance , dass Unternehmen die Elektromobilität weiter vorantreiben , könnte vertan und vergeben werden . Ein Handeln seitens der Bundesregierung ist nötig . Jetzt .
DIES IST EINE GESPONSERTE ANTWORT , ALSO EINE ANZEIGE
zum Klimaschutz leisten – allein 2020 haben sie über 13 Millionen Tonnen CO 2 eingespart . Mittel- und langfristig funktioniert Klimaschutz also nur mit Biokraftstoffen . Klar ist : Den häufig behaupteten Gegensatz Tank versus Teller gibt es nicht . Für Bioethanol werden zumeist Agrarrohstoffe genutzt , die keine Nahrungsmittelqualität erreichen . Zudem drosseln die Biodieselhersteller derzeit ihre Produktion , weil die Preise für Agrarrohstoffe zu hoch sind – sie würden durch den Verkauf von Biodiesel kein Geld verdienen . Was Kritiker häufig übersehen : Als Koppelprodukt der Biokraftstoffherstellung entsteht nicht nur Glycerin für Shampoos oder Desinfektionsmittel , sondern auch wertvolles Proteinfuttermittel . Dieses Eiweißfutter müsste ohne die Biokraftstoffproduktion hierzulande aus Übersee importiert werden . Weniger Biokraftstoffe heißt einfach mehr Fossile und mehr Soja .