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Nick Lin-Hi , Professor für Wirtschaft und Ethik , Universität Vechta
Fleisch ohne schlechtes Gewissen
In pandemiefreien Zeiten gehört ein gemeinsamer Grillabend zu den schönen Dingen im Leben . Diejenigen , die gerne auch mal Steak und Würstchen verzehren , müssen allerdings am Tisch die dunklen Seiten des Fleischkonsums ausblenden , um es sich schmecken lassen zu können . Unser hoher Fleischkonsum ist nicht nur eine Belastung für die Umwelt , sondern bedingt auch eine Nutztierhaltung , die viele ethische Fragen aufwirft . Natürlich könnte man jetzt fordern : Esst einfach weniger Fleisch und zahlt zugunsten von mehr Tierwohl bitte einen Preisaufschlag für Bratwürste und Nackensteaks . Indes zeigt die Realität , dass moralinsaure Appelle wenig ändern . Zwar wollen alle Nachhaltigkeit und Tierwohl , aber bezahlen sollen dann doch besser die anderen . Verzicht funktioniert nicht . Die Lösung bietet kultiviertes Fleisch . Das Fleisch der Zukunft wächst nicht mehr am Tier , sondern umweltfreundlich und ohne Tierleid in einem Bioreaktor . Kultiviertes Fleisch ist kein Imitat , kein Ersatzprodukt und auch kein Gen-Food . Es ist echtes Fleisch , das lediglich anders erzeugt wird . Es braucht weder Intensivtierhaltung noch Schlachtung . Der Fleischgenuss bleibt der gleiche : Es sieht , riecht und schmeckt genauso wie das heutige Fleisch . Und langfristig wird es sogar billiger sein . Kultiviertes Fleisch ist eine Revolution , die nachhaltigen Fleischkonsum ohne Tierleid ermöglicht – und damit einen Grillabend ohne schlechtes Gewissen .
Jasmin Ellger , Socialpreneurin und Gründerin von Vierglück und People & Animals United e . V .
Der Mensch braucht alle Tiere
Karin Schlemm , Leserin
Mit gutem Gewissen
Der Mensch braucht kein Fleisch . Gesünder ist es , sich vegetarisch oder vegan zu ernähren . Jeder kann sich heute über gesunde Ernährung informieren . Die unhaltbaren Zustände in den Tierställen sollten inzwischen auch bekannt sein . Würden Hunde und Katzen so gehalten , würde ein Aufschrei der Empörung losbrechen . Wenn dann noch über Schlachthöfe und Tiertransporte berichtet wird , dreht sich mir der Magen um . Und wer je erlebt hat , was es für ein Drama ist , wenn einer Kuh mal wieder das Kalb weggenommen wurde , um immer mehr Milch zu erzeugen , dem dürfte auch eigentlich keine Milch und kein Käse mehr schmecken . Ich kann mich noch gut erinnern , was es in den 1960er-Jahren in den Läden zu kaufen gab . So eine Fülle von
TIERVERSUCHE Was hierzulande erlaubt ist und was nicht
Grundlagenforschung
Erkennen von Umweltgefährdungen
Prüfung der Unbedenklichkeit
DIES IST EINE GESPONSERTE ANTWORT , ALSO EINE ANZEIGE
Eine Welt ohne Tiere können und wollen wir uns nicht vorstellen . Als treue Wegbegleiter spielen sie im direkten Kontakt mit uns Menschen eine wichtige Rolle . Denn sie tun unserer Seele gut . Wieso aber müssen bestimmte Tiere für unsere geliebten Haustiere sterben , wenn es doch auch anders geht ? Wie viel Tierleid könnte wegfallen , wenn wir uns mit dieser Frage vorurteilsfrei auseinandersetzen würden ? Aus Sicht des Tierschutzes und einer artgerechten , gesunden Ernährung ist einzig entscheidend , dass das Futter alle essenziellen
medizinische Anwendung
Nährstoffe enthält , die Zutaten bekömmlich sind und die Mahlzeit gut schmeckt . Das ist bei einer ausgewogenen pflanzlichen Ernährung von Hunden und Katzen der Fall – auch Studien und Erfahrungsberichte belegen dies . Wir von Vierglück setzen uns daher mit unserem gemeinwohlorientierten Unternehmen für eine tierleidfreie und nachhaltige Lebensweise mit Tieren ein . Dabei bieten wir mehr als nur vegane Tiernahrung und ökologisches Tierzubehör , sondern mit tierärztlicher Unterstützung auch individuelle Ernährungsberatung für die Umstellung auf eine rein pflanzliche Ernährung an . Darüber hinaus fördern wir Tier- und Naturschutzprojekte und stärken Vereine darin , den Tierschutzgedanken möglichst ganzheitlich umzusetzen . Wir sind überzeugt , dass eine nachhaltige vegane Lebensweise der Schlüssel für eine gerechtere Zukunft zum Wohle unserer Umwelt , der Menschen und aller Tiere ist . vierglueck . de
Milch- und Fleischprodukten gab es nicht . Ich bin seit über 30 Jahren Vegetarierin und seit vier Jahren Veganerin . Das geht wunderbar . Ohne den Verzehr von Fleisch und tierischen Fetten lebt es sich viel besser . Wie kann man Tiere unterteilen in Hausund Nutztiere ? Jedes Tier ist individuell , hat einen eigenen Charakter , Vorlieben , kann Freude und Schmerz empfinden . Jedes Tier hat ein Recht auf ein artgerechtes Leben .
Peter-René Becker , Leser
Biologisch gesehen braucht Mensch genauso viel Tier wie jeder Löwe und jede Libelle , denn wir alle teilen uns das Ökosystem Erde . In Europa essen wir vorwiegend Haustiere , daher haben Katze , Hund und Papagei als Heimtiere Glück . Aber haben wir zu Haustieren wie Kuh und Schwein ein persönliches Verhältnis aufgebaut , sind sie vom Speisezettel gestrichen .
Entwicklung neuer Arzneimittel
NICHT ZULÄSSIG
Entwicklung von Tabakerzeugnissen , Waschmitteln und Kosmetika
Entwicklung und Erprobung von Waffen , Munition und dazugehörigem Gerät
Quelle : tierversuche-verstehen . de
Niko Rittenau , Ernährungswissenschaftler
Vollwertig vegan
Obwohl wir Kuhmilch mit Kalzium , rotes Fleisch mit Eisen und Fisch mit Omega-3-Fettsäuren assoziieren , ist es wichtig zu wissen , dass all diese Lebensmittel kein Monopol auf diese oder andere Nährstoffe haben . Alle für den Menschen überlebensnotwendigen Nährstoffe stammen nicht ursprünglich aus dem Tier , sondern reichern sich lediglich im Laufe der Nahrungskette dort an . Wir können die Zwischenkuh und den Mittelfisch streichen und durch die richtigen Anbau- und Verarbeitungsmethoden sämtliche Nährstoffe in guter Bioverfügbarkeit auch abseits von Tierprodukten zuführen . Es gibt in einer veganen Ernährungsweise zwar einige potenzielle
Gaby Neumann , Wissenschaftliche Mitarbeiterin , Ärzte gegen Tierversuche e . V .
Sackgasse Tierversuch
Tierversuche sind nicht , wie häufig behauptet , wichtig für den medizinischen Fortschritt , sondern halten ihn auf . Denn Ergebnisse aus Tierversuchen sind nachgewiesenermaßen nicht auf Menschen übertragbar . Kein Wunder , denn der Mensch ist eben keine Maus . Zwischen Tier und Mensch bestehen vielfältige physiologische Unterschiede . Was für Menschen schädlich ist , kann für ein Tier harmlos sein oder umgekehrt . So scheitern über 90 Prozent der Medikamente , die bei Tieren wirksam und verträglich waren , in den nachfolgenden Tests an Menschen , vor allem weil sie nicht wirken oder starke Nebenwirkungen zeigen . Tierversuche sind wie eine Lotterie , die eine falsche Sicherheit vorspiegelt . Heutzutage gibt es etliche moderne Methoden , die im Gegensatz zu Tierversuchen menschenrelevante Ergebnisse liefern , zum Beispiel Computerprogramme mit Künstlicher Intelligenz oder hochsensible Analyseverfahren . Mit der Stammzelltechnologie ist es zum Beispiel möglich , aus Hautzellen von Patienten verschiedene dreidimensionale Mini-Organe wie Mini-Nieren oder Mini-Herzen herzustellen . Auf sogenannten Multi- Organ-Chips über einen künstlichen Blutfluss miteinander verbunden , lässt sich an diesen Organen individuell die Wirkung von Medikamenten für den Patienten testen , dessen Zellen genutzt wurden . Solche Methoden sind schneller und günstiger als Tierversuche und ermöglichen personalisierte Medizin , die den Menschen und nicht das „ Versuchstier “ im Fokus hat .
Stolpersteine und man benötigt ein gewisses Grundwissen zur Nährstoffbedarfsdeckung . Es ist aber keine Raketenwissenschaft , sich das anzueignen und in jeder Phase des Lebenszyklus im Alltag umzusetzen . Die Machbarkeit belegen nicht nur zahlreiche groß angelegte Studien sowie die Positionspapiere internationaler Fachgesellschaften , sondern auch die weltweit über 70 Millionen vegan lebenden Menschen . Viele von ihnen leben bereits mehrere Jahrzehnte vegan und auch zahlreiche Sportler zeigen , dass man mit einer veganen Ernährung ebenso leistungsfähig wie mit mischköstlicher Ernährung sein kann . Wenn also keine gesundheitliche Notwendigkeit für den Konsum von Tierprodukten besteht , haben wir die Entscheidungsfreiheit und sollten auch ethische Überlegungen in unsere Essensentscheidungen miteinbeziehen .