+3 Magazin Mai 2015 - Page 7

+1 Lorenz Caspinger, Sozialpädagoge Arbeit frisst Leben Die Zeit, in der ich Zeit hatte, ist eben zu Ende gegangen: ein ganzes Jahr, in dem ich mich nicht frühmorgens aus dem Bett schälen musste, nur um den Weg zu einer Arbeit anzutreten, die ich schon lange nicht mehr machen wollte. Dank Arbeitslosengeld I war das möglich. Ich sehe die Leser vor meinem geistigen Auge schon aufstöhnen – aber ganz so schwarz-weiß, wie die Sache nach den ersten Sätzen aussieht, ist sie nicht. Wer mich verstehen will, sollte meine Geschichte kennen: Fast zehn Jahre lang habe ich für eine der größten Hilfsorganisationen in Deutschland als Sozialpädagoge mit schwer erziehbaren Jugendlichen gearbeitet. Statt Nächstenliebe und Hingabe für die Kids standen vor allem Karrierestreben und KollegenHickhack auf der Tagesordnung. Das hat mich so schwer belastet, dass ich schließlich meinen Kompass neu ausrichten musste. Ein Sabbatical ist bei den Löhnen in unserem Sektor nicht finanzierbar – also habe ich eine einvernehmliche Kündigung mit meinem damaligen Chef ausgehandelt: Er war endlich den ewigen Störenfried los und ich konnte mich mit 60 Prozent meiner Bezüge ein Jahr lang neu orientieren. Ich bin viel gereist und habe endlich wieder gesehen, dass man auch anders leben kann. Mittlerweile habe ich meinen neuen Job bei einem freien Träger angetreten – mit Kollegen, denen es wie mir um die Kids geht und einem Klima, in dem sich auch lange Arbeitstage nicht nach verschenkter Lebenszeit anfühlen. Ihr Name, Leserin 7 Dietmar Höffner, Leser Entscheide selbst Die Peitschen der modernen Sklaven sind Uhren und Terminkalender. Dies mündet in dem verbreiteten Gefühl, in der heutigen Arbeits- und Freizeitwelt keine Zeit zu haben. Wir haben zudem ein reichhaltiges und verfüh- rerisches Angebot an Zeitfressern, wie Fernseher und Smartphone-Apps. Allerdings leben wir nicht mehr im 19. Jahrhundert, als viele Menschen von den „Industriellen“ noch in 14-Stunden-Schichten ihrem baldigen Ende zugetrieben wurden. Es bleibt daher auch jedem selbst überlassen, ob er sich dem Gefühl, keine Zeit zu haben, hingeben will – oder eben nicht. DIES IST EINE GESPONSERTE ANTWORT, ALSO EINE ANZEIGE Jörg Strötzel, Vorstandsvorsitzender der VLH Was ist Ihre Meinung? Schreiben Sie uns Ihre Antwort und vielleicht erscheinen Sie im nächsten Heft. Tarik Özkök, Leser Brems dich mal Zeit hat, wer Zukunft als freien Gestaltungsraum ansieht und sie nicht mit technischem Fortschritt verwechselt, wer keine Angst vor Langsamkeit hat, wer Ruhe und Bewegung in ein freies Gleichgewicht bringen und den Moment achten kann. Oder wie es Rocko Schamoni in seinem Buch „Tag der geschlossenen Tür“ ausdrückt: „Hätte die Welt eine Bremse, ich würde sie ziehen.“ Wir schenken Zeit Zeit ist sicher eines der kostbarsten Güter unserer Gesellschaft. Vor allem die eigene Freizeit, die man mit der Familie und Freunden verbringt. Doch leider gibt es wahre Zeitfresser, die vielen Menschen die wenigen freien Stunden klauen. Dazu gehört sicherlich auch die jährliche Einkommensteuererklärung: Durch Quittungen und Belege wühlen, alle Unterlagen sortieren, die richtigen Anlagen auswählen, alle Angaben in die korrekten Zeilen setzen und ans Finanzamt schicken. Millionen von Steuerzahlern sitzen vor allem im Mai am Esstisch, raufen sich die Haare – und verlieren dabei kostbare Freizeit. Das muss nicht sein. Denn in deutschlandweit rund 3.000 Beratungsstellen der VLH erstellen wir Steuererklärungen, damit sich unsere Mitglieder entspannt zurücklehnen und die dadurch gewonnene freie Zeit genießen können. Und wir schenken nicht nur Zeit, sondern auch Sicherheit. Das ganze Jahr über sind wir für unsere Mitglieder im Rahmen unserer gesetzlichen Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG da, machen die Steuererklärung und prüfen darüber hinaus auch den Steuerbescheid. Im Zweifel legen wir Einspruch ein und ziehen sogar vor das Finanzgericht. Das alles, damit unsere Mitglieder mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens haben. Sei es, mit den Kindern ein Eis essen zu gehen, bei einer Tasse Tee ein spannendes Buch zu lesen oder ein Wochenende in den Bergen zu verbringen. Die wenige freie Zeit, die wir haben, ist kostbar und sollte in vollen Zügen genossen werden. Anzeige Endlich Zeit, Krimis zu lesen statt Verkehrsschilder. Diese Zeit gehört Dir. Fahren Sie doch mal wieder Bahn. Wo sonst können Sie unterwegs lesen, schlafen, spielen, arbeiten und tun und lassen, was Sie wollen? Steigen Sie ein. Es ist schließlich Ihre Zeit. bahn.de/deinezeit Die Bahn macht mobil. +3_Magazin_Süddeutsche_241x162_4c.indd 1 13.04.15 13:41 ›