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4 Wo steht die Energiewende? Die Energiewende könnte Deutschland bis zu einer Milliarde Euro kosten. Quelle: Bundeswirtschaftsministerium PLUS EINS MAI 2013 Zwischen Oberziel und Unterziel Die Ziele der Energiewende sind langfristig angelegt, über Jahrzehnte. In den letzten zwei Jahren wurden vielfältige Maßnahmen auf den Weg gebracht, deren Wirkungen aber wegen des kurzen Zeithorizonts teilweise noch nicht ablesbar sind. Trotzdem werden die relevanten Handlungsfelder deutlich: sonderem Maße für den Gebäude- und Verkehrsbereich. Die Versorgungssicherheit im Bereich der Elektrizitätswirtschaft ist kritisch zu beurteilen, vor allem bei regionaler Betrachtung für Süddeutschland. Hier erscheinen die geplanten Kraftwerksinvestitionen mittelfristig nicht ausreichend. Ein beschleunigter Ausbau von Mehr Akteure als Antrieb Die Energiewende ist zwischen zwei Welten gefangen: dem alten Energiemarkt-Design und dem noch nicht existierenden Markt-Design, das die Basis für eine langfristige Ausgestaltung der Energiewende wäre. Bis zum Jahr 2050 muss ein Volumen von jährlich fast 500 Milliarden Kilowattstunden aus regenestehen im Mittelpunkt: Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) hat seinen Auftrag zum Aufbau eines EE-Erzeugungsportfolios erfüllt. Aber für den weiteren großvolumigen Ausbau der EE braucht es ein EEG 2.0, das diesen steuerbarer und effizienter macht. Und bei der Frage, wie viele Bereitschaftskraftwerke „Die Energieeffizienz hat sich verbessert.“ Andreas Löschel, Vorsitzender der Expertenkommission der Bundesregierung zum Monitoring-Prozess „Energie der Zukunft“ „Wir müssen die Kunden einbeziehen.“ Ewald Woste, Vorstandsvorsitzender der Thüga AG Der Ausbau der erneuerbaren Energien verläuft bislang in allen Sparten – Strom, Wärme und Verkehr – erfolgreich. Insbesondere bei der Stromerzeugung liegt Deutschland deutlich über dem Zielpfad. Allerdings bedarf es einer besseren Systemintegration und Koordination mit dem Netzausbau. Auch die Energieeffizienz hat sich verbessert, es ist aber unklar, ob Deutschland sich bereits auf dem Zielpfad befindet. Dies gilt in be- Übertragungsnetzen kann diese Situation entschärfen. Obwohl hier wichtige Weichen gestellt wurden, sind derzeit Verzögerungen beim Netzausbau festzustellen. Der Stand der Energiewende ist also gemischt. Wichtig ist daher, die verschiedenen Ziele zu hierarchisieren: Was sind Oberziele der Energiewende, die unverrückbar zu erreichen sind, was sind flankierende, flexible Unterziele, die gegebenenfalls angepasst werden müssen. rativen Quellen zur Verfügung stehen. Auf Dauer wird es einen Kraftwerkspark aus zwei Erzeugungskomponenten geben. Vor allem Wind- und Sonnenkraftwerke sollen rund 80 Prozent der Energie liefern. Auf der anderen Seite müssen konventionelle Bereitschaftskraftwerke dann einspringen, wenn die Erneuerbaren Energien in den jäh rlich rund 1.000 Stunden einer „dunklen Flaute“ nicht liefern können. Zwei Handlungsfelder nötig sind, müssen wir die Kunden einbeziehen. Sobald der Kunde über diese Leistungsvorhaltung nach dem Motto „Wer bestellt, bezahlt!“ entscheidet, entsteht unmittelbar ein höchst effizienter Markt für Handlungsalternativen. Und darum geht es: Wir brauchen eine Vielzahl von Akteuren unterschiedlichster Herkunft, um den Markt „Energiewende“ mit Lösungen zu füllen. © Mark A. Johnson/Corbis