+3 Magazin März 2018 - Page 21

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Mal es dir aus
Klaus Marschall , Direktor Augsburger Puppenkiste
Strahlende Kinderaugen , die gebannt in eine Geschichte eintauchen , sind gar nicht so schwer hervorzurufen . Die Kinder müssen nur bereit sein , die eigene Fantasie einzusetzen . Das
gelingt bei einem Figurentheater besonders gut , weil man hier Geschichten in einem Tempo erzählen kann , dem Kinder auch folgen können . Dann kann das Theatererlebnis eine große Macht ausüben . Bei der Theaterinszenierung , die wir Weihnachten auch ins Kino gebracht hatten , haben wir wieder festgestellt , wie leicht sich Kinder vor Figuren fürchten können , wie dort vor den Nussknackern . Von Erwachsenen als harmlose Bilder angesehen , haben sie für Kinder schon eine große Dramatik . Deswegen müssen wir keine Bilderflut mit schnel-
len Schnitten anbieten , sondern Geschichten mit wirklichen Inhalten erzählen , in denen man mit den Figuren mitfiebert . Natürlich kann man für die Erwachsenen , die die Kinder begleiten , auch Kleinigkeiten einbauen , aber sie dürfen den Ablauf der Geschichte nicht stören . Viel schöner ist es , wenn man auch Erwachsene in die Kindlichkeit zurückholen kann . In unserem Museum erhalten wir immer wieder Rückmeldungen von Eltern , dass hier die Helden ihrer Kindheit stehen . Dabei waren „ Urmel aus dem Eis “ oder „ Jim Knopf “ nur an vier Adventssonntagen im Fernsehen zu sehen . Trotzdem haben sie diese Nachhaltigkeit hinterlassen . Ich glaube , es liegt daran , dass man damals die Fantasie beim Erleben der Geschichte mit einsetzen musste .
Kathrin Schneider , Leserin
Ins Herz geschlossen
Als mein Sohn drei Jahre alt wurde , hat er von Freunden einen roten Spielzeugbagger geschenkt bekommen . Er saß auf meinem Schoß , als er das Geschenk auspackte , und ich hatte meinen Arm um ihn gelegt . Daher merkte ich , wie plötzlich sein Herz anfing zu rasen – er war überglücklich . Ich hatte nie vor , ihm spezielles „ Jungenspielzeug “ zu schenken , aber da musste ich einsehen , dass es ihn doch mehr zum Strahlen brachte , als es eine Puppe je gekonnt hätte . Bis heute durfte dieser Bagger nicht weiterverschenkt werden , auch sechs Jahre später nicht .
Quellen : LBS , Deutscher Kinderschutzbund , Statista
Sarah Schäfer , Leserin
Cool Kids
Kinder brauchen andere Kinder . Besonders toll finden es kleinere Kinder , wenn sie mit größeren spielen . Dort lernen sie anders als von Erwachsenen und die Älteren sind natürlich voll cool ! Leider finden nur die Älteren die Jüngeren nicht immer genauso cool . So bleibt es bei besonderen Momenten , die das Strahlen in den Augen der Jüngeren auf diese Weise hervorbringen .
Sebastian Mahler , Leser
Einfühlsam sein
Rolando Villazón , Tenor und Clowndoctor
Freude überträgt sich
Seit Jahren bewundere ich die Arbeit der Roten Nasen Clowndoctors und trete selbst als „ Dr . Rollo “ in Krankenhäusern und Flüchtlingsheimen auf . Die Clowndoctors bringen den Krankenhausalltag durcheinander und geben den kleinen Patienten ein wenig Freiheit . Es ist wunderbar , sie aus ihrer Umgebung entführen zu können – in eine magische Welt , wo einfach
Es ist sehr wichtig , schönen Momenten in der Familie bewusst Raum zu geben , damit Kinderaugen strahlen können . Der Alltag mit Hausaufgaben , Pflichten wie Zimmeraufräumen und Einhalten von Regeln kann auch schnell zu schlechter Stimmung führen . Besonders , wenn die Kinder am liebsten den ganzen Tag mit dem Handy oder Tablet spielen wollen und man immer wieder auf Verbote
hinweist . Manchmal braucht es dann eine ganz behutsame Annäherung , um sich wieder in die Augen schauen zu können . Je größer die Kinder werden , je näher sie der Pubertät kommen , umso weniger lassen sie die Nähe zu und doch ist es wichtig , auch bei ihnen ein Strahlen hervorzurufen .
nur geträumt werden darf – mit Seifenblasen , einem Lied oder Poesie . So wird das Krankenhaus für kurze Zeit zu einem friedlichen und träumerischen Ort . Menschen zum Lachen zu bringen ist eine Kunst . Clowns sind die Meister dieser Kunst . Als Jugendlicher bin ich in Mexiko als Clown auf Geburtstagen aufgetreten . Es reicht aber nicht , sich bunte Kleider anzuziehen oder eine rote Nase aufzusetzen . Die Clowndoctors sind professionelle Künstler , Musiker , Zauberer . Im Zirkus oder auf der Bühne erwartet das Publikum eine Show , alles ist geplant . Im Krankenhaus ist die Situation direkter , emotionaler und sensibler , da hängt viel von Improvisation ab . Die Interaktion mit den Kindern , das Persönliche , ist wichtig . Wir geben ihnen das Gefühl , dass sie uns Clowns überlegen sind , dass sie stärker und klüger sind als wir . Das gibt ihnen Energie und Freude . Es ist wichtig , spontan und natürlich zu sein . Als Clown bist du frei . Diese Freiheit übertragen wir auf die Kinder . Durch Singen , Spielen , Rumalbern und Lachen bringen wir sie zum Strahlen und machen sie die Welt um sie herum für einen Moment vergessen .
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+3 Klaus Marschall, Direktor Augsburger Puppenkiste Mal es dir aus Strahlende Kinderaugen, die gebannt in eine Geschichte eintauchen, sind gar nicht so schwer hervorzurufen. Die Kinder müssen nur bereit sein, die eigene Fantasie einzusetzen. Das gelingt bei einem Figurentheater be- sonders gut, weil man hier Geschich- ten in einem Tempo erzählen kann, dem Kinder auch folgen können. Dann kann das Theatererlebnis eine große Macht ausüben. Bei der Thea- terinszenierung, die wir Weihnachten auch ins Kino gebracht hatten, haben wir wieder festgestellt, wie leicht sich Kinder vor Figuren fürchten können, wie dort vor den Nussknackern. Von Erwachsenen als harmlose Bilder an- gesehen, haben sie für Kinder schon eine große Dramatik. Deswegen müs- sen wir keine Bilderflut mit schnel- 21 len Schnitten anbieten, sondern Ge- schichten mit wirklichen Inhalten erzählen, in denen man mit den Figu- ren mitfiebert. Natürlich kann man für die Erwachsenen, die die Kinder begleiten, auch Kleinigkeiten einbau- en, aber sie dürfen den Ablauf der Geschichte nicht stören. Viel schöner ist es, wenn man auch Erwachsene in die Kindlichkeit zurückholen kann. In unserem Museum erhalten wir immer wieder Rückmeldungen von Eltern, dass hier die Helden ihrer Kindheit stehen. Dabei waren „Urmel aus dem Eis“ oder „Jim Knopf“ nur an vier Adventssonntagen im Fern- sehen zu sehen. Trotzdem haben sie diese Nachhaltigkeit hinterlassen. Ich glaube, es liegt daran, dass man da- mals die Fantasie beim Erleben der Geschichte mit einsetzen musste. Rolando Villazón, Tenor und Clowndoctor Freude überträgt sich Quellen: LBS, Deutscher Kinderschutzbund, Statista Sarah Schäfer, Leserin Sebastian Mahler, Leser Cool Kids Einfühlsam sein Kinder brauchen andere Kinder. Be- sonders toll finden es kleinere Kinder, wenn sie mit größeren spielen. Dort lernen sie anders als von Erwachse- nen und die Älteren sind natürlich voll cool! Leider finden nur die Älteren die Jüngeren nicht immer genauso cool. So bleibt es bei besonderen Momenten, die das Strahlen in den Augen der Jün- geren auf diese Weise hervorbringen. Es ist sehr wichtig, schönen Momenten in der Familie bewusst Raum zu geben, damit Kinderaugen strahlen können. Der Alltag mit Hausaufgaben, Pflich- ten wie Zimmeraufräumen und Ein- halten von Regeln kann auch schnell zu schlechter Stimmung führen. Besonders, wenn die Kinder am liebsten den ganzen Tag mit dem Handy oder Tablet spielen wollen und man immer wieder auf Ver- Seit Jahren bewundere ich die Arbeit der Roten Nasen Clowndoctors und trete selbst als „Dr. Rollo“ in Kranken- häusern und Flüchtlingsheimen auf. Die Clowndoctors bringen den Kran- kenhausalltag durcheinander un BvRЦ&VFVVVFVFVVvVpg&VVBW27BwVFW&&"6RW2Ч&W"VvV'VrVFl;Ƈ&VR;fV( 2VRv66RvVBvVf6&FRvV7B6'&V6BW0FVRv&VWG6R:FW'VrV66vVFW"FRVvV66VVP;fVRw,;l9W"FRFW"vW&FVP:FW"6RFW"V&W'L:GBVV6vVvW"76V6RFR:FRRVBF67BW2v6FrV6&VVV7G&ЦVW'f'W'VfVशF&66VFW"W6W&ख2W'vW6676V2V6G&V&RBwW&FRBW"fg&WVFVVV&FV7VЧWVv&vvW"vW66VB&VVW 69VbVV6692W"F2vRЧ66VW76FRVB6GFRVЦV&VvVVwBFW"W&FP6vR;gGƖ66VW'frP&6V( 2W"v" ;&W&v;6Ɩ66GFPRf"7WVW2( VvV7VЧWV~( R66VV&W"FW77FR6V6VVF72W2F6V"VХ7G&V'&6FR2W2VRWRPvVB:GGFR&2WWFRGW&gFRFW6W &vvW"6BvVFW'fW'66VBvW"ЦFVV66V62&R7 :GFW"6BW"vWG,:GVBvW&FVF&b( 2֗B6VЦfV&6VVVƖVBFW"W6R6v&BF2&VW2l;"W'RV@RVVg&VFƖ6VVBG,:GVW&Ч66V'BV66VV6VP'&vV7BVRV7B6v26@FRV7FW"FW6W"V7B2VvVBЦƖ6W"&6W26vV`vV'W'G7FvVVfvWG&WFVW2&V6@&W"6B66'VFRVFW"WRЦVFW"VR&FR6RVgW6WGVFR6vF7F'26B&fW76VP;7FW"W6W"V&W&W""ЦW2FW"VbFW",;ƆRW'v'FWBF0V&ƖVVR6rW27BvWBख&VW27BFR6GVFFЧ&VFW"VFW"VB6V6&W"F:FwBfVf&f6F"FPFW&F֗BFVFW&F2W"Ч<;fƖ6R7Bv6Frv"vV&VVF2vVl;ƆF726RV26v2 ;&W"ЦVvV6BF726R7L:G&W"VB;vW 6B2v"F2v'BVVW&vPVBg&WVFRW27Bv6Fr7FVBL;&Ɩ6R6V26v&7@GRg&VFW6Rg&VVB ;&W'G&vVv VbFRFW"GW&66vV7VV'V&W&VB6V'&vVv 6RV7G&VVB6V6RFPvVBV6RW'Vl;"VVV@fW&vW76VVvPFW&V2VvW66WCW7FvW07V'V6֗Bw&9VVl; v&FW'FV&FW79"#BFV"Ó(*FRVRVV&V6B66VbFR7V6R6FW"ƖV&R( 2VRV6FRVfv&R"B&V"Ó(*F2&W6FW&RGW"&FW&'V6vRFWB֗B&V6VvW666FVV6W&W"W&FR"2&VR(*( `FP060Pp@P90RRrRBfR &GVVB&GVvPGW&6V&W&BVG7FVVf&&vRVBvƗGW&FRW7FW""R&VÓ(*w&9W2vWv7V6vPFR'V6VB&7FVF3wwr'6VFFFR7FW&दWGB֗F6VVBvWvV(