+3 Magazin März 2018 - Page 20

+3 20 › Ane e Krause, Leserin Petra Engel, Flüchtlingshelferin Meine Tochter strahlt immer, wenn ich sie lobe. Aber es muss ein ernst- gemeintes Lob sein, in dem sie meine Anerkennung spürt. Flemming Bröckerbaum, Leser Let’s party Am allerliebsten bin ich mit mei- nen Freunden zusammen. Besonders gerne gehe ich auf ihre Partys. Auf Geburtstagspartys spielen wir etwa Fangen, Wattepusten oder Mord im Dunkeln und ganz viele Freunde kom- men zusammen. Ganz toll war auch, als ich mal auf einer Zockerparty ein- geladen war. Wir durften Gummibär- chen essen und Online-Spiele zocken – und das sogar zwei Stunden lang. Toll sind auch die Übernachtungspar- tys. Hier schlafen alle in einem Zim- mer, das ist bei einer Übernachtungs- party das Wichtigste, denn sonst weiß man nicht, wann der andere wach ist. Außerdem sind die Freunde morgens gleich da und man kann weiterspie- len und mehr Zeit miteinander ver- bringen. Überhaupt ist es super, bei Freunden zu übernachten oder wenn sie bei mir schlafen dürfen. Dann tun wir so, als ob wir schlafen gehen, wenn meine Mama „Gute Nacht“ sagt. Aber dann lesen wir doch noch heimlich Comics und haben auch schon Mitter- nachtspartys gefeiert. Bei der Mitter- nachtsparty hören wir ganz leise eine CD, so dass keiner in der Wohnung davon aufwacht und uns erwischt. Wir sind auch schon einmal nachts aufge- standen und haben Chips gegessen, die noch im Wohnzimmer übrig wa- ren. Ich versuche noch, meine Mama zu überzeugen, an meinem Geburtstag eine Übernachtungsparty zu feiern. Ich finde, hier könnten auch zwölf Freunde schlafen! Neue Lebensfreude Noch vor drei Jahren konnte ich mir nicht vorstellen, wie nah mir dieses Thema einmal sein würde. Inzwi- schen habe ich mit Beharrlichkeit und Glück Geflüchteten aus Syri- en, zwei alleinerziehenden Müttern und einer Familie mit drei kleinen Kindern, in Berlin zu Wohnungen verholfen, ihr Ankommen begleitet. Ich erlebe fünf Kinder und drei Ju- gendliche, die sicher schreckliche Ängste überstanden. Ihre Erlebnisse sind nicht weg, sie scheinen nur nicht traumatisiert. Seit alle wieder ein Zu- hause haben, wirken sie nicht mehr unruhig. Ihre Lebensfreude ist stark und wunderbar. Sie leben im Jetzt und schenken ihrer Zukunft grund- sätzliches Vertrauen. Bei meinen Be- suchen sehe ich strahlende Kinderau- gen. Ich ernte Dankeschön für meine Kraft, meine Zeit und meine Nerven, die ich investiere. Die Kinder danken mit ehrlichen Blicken. Ich half ihren Liebsten, und die sind das Wichtigs- te für sie. Ich strahle zurück, kann mich mit ihnen freuen, zuschauen, wie sie sich die Welt erobern. Es MEIN DING war großartig, wie sie in der Krippe, in der Kita aufgenommen wurden. Wie sie schwierige Etappen in Will- kommensklassen meisterten. Ich bin froh, sie fördern zu können, ihre Erfolgserlebnisse teilen zu dürfen. Mittel aus der spendenfinanzierten Stiftung Bildung ermöglichten mir, gebrauchte Fahrräder zu kaufen und den Mädchen Fahrradfahren beizu- bringen. Ein tolles Gefühl, sie so stolz und mobil zu erleben. Sie strahlen und ich fühle mich gewärmt. Die beliebtesten Freizeitaktivitäten von Kindern in Deutschland Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin Deutsche Kinder- und Jugendstiftung Ausgezeichnete Kitas Mütter und Väter erfahren täglich, wie sich ihr Kind in der Kita fühlt und was es dort erlebt. Jeden Tag sor- gen Tausende Menschen dafür, dass die Kinderaugen strahlen – dort, wo in Kitas viele Fachkräfte für ein best- mögliches Aufwachsen der Kleins- ten sorgen, manchmal unter nicht einfachen Bedingungen. Diese Vie- len haben unsere Anerkennung und Würdigung v