+3 Magazin März 2018 - Page 14

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Regine Wilms , Leserin
Weiter mitmischen
Im Ruhestand ist man versucht , nur noch möglichst wenig zu verändern . Mir graust es aber davor . Ich möchte auch 2018 Neues entdecken und mich Herausforderungen stellen . Ich möchte mehr Kontakte suchen , mit denen ich politisch diskutieren kann . Ich möchte mit neuen Freunden auch
Heidemarie Wieczorek-Zeul , Bundesministerin a . D .
Verändern ist möglich
andere Lebenswelten kennenlernen und mich darauf einlassen . Vielleicht entdecke ich ja auch 2018 wieder ein neues Hobby . Ich will mir meine Neugier erhalten und mich noch mutiger auf Veränderungen einlassen .
Ich bemühe mich sehr , dass die Nachhaltigkeitsentwicklungsziele , die die Vereinten Nationen im Jahr 2015 beschlossen haben , auch in Deutschland verstanden werden als Ziele für die gerechte Gestaltung der Globalisierung . Denn ich habe den Eindruck , dass diese Ziele das bestgehütete Geheimnis in der deutschen Politik darstellen . Aber sie binden auch unser Land in seinen internationalen Beziehungen . Es geht darum , Armut drastisch zurückzudrängen , die Klimaziele
durchzusetzen , Ungleichheit in unserem Land und auch global zu bekämpfen , die Frauenrechte voranzubringen . Dafür arbeite ich als Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung . Praktisch engagiere ich mich noch immer dafür , dass HIV / Aids endgültig ausgerottet wird und vor allem junge Frauen und Mädchen in Afrika die Möglichkeiten erhalten , sich vor der Ansteckung selbst zu schützen – zum Beispiel durch einen Ring , der eine antiretrovirale Substanz abgibt , die die Vermehrung des HI-Virus blockiert , und den die Frau selbst einsetzen kann . Und ich unterstütze mit anderen zusammen den Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV / Aids , Malaria und Tuberkulose , der in den 15 Jahren , seit er besteht , immerhin 20 Millionen Menschenleben gerettet hat . Es geht darum , das Menschenrecht auf Gesundheit zu verwirklichen , so dass endlich dem Skandal ein Ende gemacht wird , dass in Entwicklungsländern Hunderttausende Frauen nur deshalb sterben , weil sie ein Kind zur Welt bringen .
Stress vermeiden / abbauen
Gesünder ernähren
Weniger fernsehen
Mehr Zeit für Familie / Freunde
59 % 58 %
47 %
Edoh Yawovi , Leser
Endlich Veränderung
Wir müssen den Menschen mehr Bildung ermöglichen , damit sie ein besseres Verständnis für den Wert von Demokratie erlangen . Es wäre wertvoll , wenn in den afrikanischen Ländern
15 %
Abnehmen
Weniger Alkohol
Frieden herrschen würde , um in Ruhe darüber nachdenken zu können , politische Lösungen für unsere Probleme zu finden . Dadurch hätten wir bessere Regierungen und daraus resultierend auch bessere Auswahlmöglichkeiten . Es würde ein realer Wechsel eintreten , mit vielen Optionen für Afrika . Dieser Wechsel würde helfen , die vielen Auswanderer auf dem Weg über das Mittelmeer nach Europa zu verhindern . Wir müssen diesen Menschen Möglichkeiten geben , damit sie bleiben und ihre Länder entwickeln können .
ALLE JAHRE WIEDER Die guten Vorsätze der Deutschen für 2018
30 %
12 %
Mehr bewegen / Sport
53 %
Sparsamer sein
Rauchen aufgeben
28 %
7 %
Anzeige

10 % * für den WERKHAUS Onlineshop : werkhaus . de / shop

PD42018
WERKHAUS will etwas verändern . Wir wollen Ihnen nicht nur innovative Lösungen für Ihr Büro und Zuhause anbieten , sondern übernehmen auch Verantwortung für Mensch und Natur . Wie alle unsere Produkte wird unser modulares WERKBOX-Regalsystem nachhaltig und ausschließlich in Deutschland produziert . Dabei achten wir auf hohe Sozial- und Umweltstandards . www . werkhaus . de
* Gültig für eine Bestellung pro Kunde / Haushalt · Der Gutschein ist nicht mit weiteren Gutscheinen oder Rabattaktionen kombinierbar und gültig bis zum 31.05.2018 .
Tilman Santarius , Soziologe und Autor („ Smarte grüne Welt ?“)
Jeder kann anpacken
Die Digitalisierung , so wird oft behauptet , würde alles in unserem Leben und unserer Gesellschaft verändern . Und nicht wenige Menschen glauben , dass wir mit zunehmender Digitalisierung sozusagen automatisch die großen Probleme der Menschheit lösen werden , zum Beispiel den Klimawandel , die zunehmende soziale Spaltung der Gesellschaft , internationale Ungerechtigkeiten . Doch ich denke , das ist bestenfalls naiv . Zunächst mal werden unsere digitalen Geräte oft unter miserablen Arbeits- und Umweltstandards im globalen Süden hergestellt . Bringen sie uns in der Anwendung so viel soziale und ökologische Vorteile , dass diese Probleme ausgeglichen werden ? Ich sehe durchaus einige Chancen der Digitalisierung , um etwa nachhaltigen Konsum durch Sharing statt Neukauf
Halina Frederick , Leserin
Ökonomische Logik
Es ist ein schwerer innerer Kampf , Dinge zu verändern , von denen man weiß , dass man sie ändern müsste , oder umweltfreundliche Mobilität voranzubringen . Aber von alleine wird das nicht kommen . Was ich daher ändern möchte ? Erstens eine gesellschaftliche Debatte anfachen zu der Frage „ Welche Digitalisierung wollen wir ?“. Damit wir erst Nachdenken und nicht „ Digitalisierung first , Bedenken second “ praktizieren . Zweitens Politik und Nutzer dazu bewegen , die Digitalisierung viel stärker in eine nachhaltige Richtung zu lenken . Wir alle können sofort anfangen : Whatsapp deinstallieren , grüne Apps nutzen ; Startpage statt Google für die Internetsuche nutzen ; unsere Politiker auffordern , die Digitalisierung im Sinne des Gemeinwohls zu gestalten . Let ’ s do it : Eine andere Digitalisierung ist möglich .
Dinge , die der Welt , in der wir leben , nicht guttun . Und trotzdem verändern wir nichts , weil unsere Wirtschaft so funktioniert . Wenn man beruflich für ein Meeting nach Österreich geschickt wird , morgens mit dem Billigflieger hin und am nächsten Tag ebenso zurück , wer wird da schon sagen : Darf ich den viermal so teuren Zug nehmen und länger von der Arbeit freigestellt sein , weil das besser für die Umwelt ist ? Man sagt sich : Es ist ein Geschäftstermin , da muss ich hin . Und es ist eine Auszeichnung , dort hingeschickt zu werden . Viele Dinge will man also gar nicht verändern , aber man müsste es .
+2 14 › Regine Wilms, Leserin Weiter mitmischen Im Ruhestand ist man versucht, nur noch möglichst wenig zu verändern. Mir graust es aber davor. Ich möch- te auch 2018 Neues entdecken und mich Herausforderungen stellen. Ich möchte mehr Kontakte suchen, mit denen ich politisch diskutieren kann. Ich möchte mit neuen Freunden auch Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin a. D. Verändern ist möglich Ich bemühe mich sehr, dass die Nach- haltigkeitsentwicklungsziele, die die Vereinten Nationen im Jahr 2015 beschlossen haben, auch in Deutsch- land verstanden werden als Ziele für die gerechte Gestaltung der Globali- sierung. Denn ich habe den Eindruck, dass diese Ziele das bestgehütete Geheimnis in der deutschen Politik darstellen. Aber sie binden auch un- ser Land in seinen internationalen Beziehungen. Es geht darum, Armut drastisch zurückzudrängen, die Kli- Edoh Yawovi, Leser andere Lebenswelten kennenlernen und mich darauf einlassen. Vielleicht entdecke ich ja auch 2018 wieder ein neues Hobby. Ich will mir meine Neu- gier erhalten und mich noch mutiger auf Veränderungen einlassen. Endlich Veränderung maziele durchzusetzen, Ungleichheit in unserem Land und auch global zu bekämpfen, die Frauenrechte vo- ranzubringen. Dafür arbeite ich als Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung. Praktisch engagiere ich mich noch immer dafür, dass HIV/ Aids endgültig ausgerottet wird und vor allem junge Frauen und Mädchen in Afrika die Möglichkeiten erhalten, sich vor der Ansteckung selbst zu schützen – zum Beispiel durch einen Ring, der eine antiretrovirale Subs- tanz abgibt, die die Vermehrung des HI-Virus blockiert, und den die Frau selbst einsetzen kann. Und ich unter- stütze mit anderen zusammen den Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose, der in den 15 Jahren, seit er besteht, immerhin 20 Millionen Menschenle- ben gerettet hat. Es geht darum, das Menschenrecht auf Gesundheit zu verwirklichen, so dass endlich dem Skandal ein Ende gemacht wird, dass in Entwicklungsländern Hunderttau- sende Frauen nur deshalb sterben, weil sie ein Kind zur Welt bringen. Wir müssen den Menschen mehr Bil- dung ermöglichen, damit sie ein besse- res Verständnis für den Wert von De- mokratie erlangen. Es wäre wertvoll, wenn in den afrikanischen Ländern Frieden herrschen würde, um in Ruhe darüber nachdenken zu können, poli- tische Lösungen für unsere Probleme zu finden. Dadurch hätten wir bessere Regierungen und daraus resultierend auch bessere Auswahlmöglichkeiten. Es würde ein realer Wechsel eintreten, mit vielen Optionen für Afrika. Dieser Wechsel würde helfen, die vielen Aus- wanderer auf dem Weg über das Mit- telmeer nach Europa zu verhindern. Wir müssen diesen Menschen Mög- lichkeiten geben, damit sie bleiben und ihre Länder entwickeln können. ALLE JAHRE WIEDER Die guten Vorsätze der Deutschen für 2018 Stress vermeiden/ abbauen Mehr Zeit für Familie/ Freunde Mehr bewegen/ Sport 58% 59% 53% Gesünder ernähren Abnehmen Sparsamer sein 28% 30% 47% Weniger fernsehen Weniger Alkohol 15% Rauchen aufgeben 12% 7% Anzeige Tilman Santarius, Soziologe und Autor („Smarte grüne Welt?“) 10% * HAUS Onlineshop: für den WERK aus op werkh .de/sh PD42018 WERKHAUS will etwas verändern. Wir wollen Ihnen nicht nur inno- vative Lösungen für Ihr Büro und Zuhause anbieten, sondern über- nehmen auch Verantwortung für Mensch und Natur. Wie alle unsere Produkte wird unser modulares WERKBOX-Regalsystem nachhaltig und ausschließlich in Deutschland produziert. Dabei achten wir auf hohe Sozial- und Umweltstandards. www.werkhaus.de *Gültig für eine Bestellung pro Kunde/Haushalt · Der Gutschein ist nicht mit weiteren Gutscheinen oder Rabattaktionen kombinierbar und gültig bis zum 31.05.2018. Jeder kann anpacken Die Digitalisierung, so wird oft be- hauptet, würde alles in unserem Leben und unserer Gesellschaft verändern. Und nicht wenige Menschen glauben, dass wir mit zunehmender Digitalisie- rung sozusagen automatisch die gro- ßen Probleme der Menschheit lösen werden, zum Beispiel den Klimawan- del, die zunehmende soziale Spaltung der Gesellschaft, internationale Unge- rechtigkeiten. Doch ich denke, das ist bestenfalls naiv. Zunächst mal werden unsere digitalen Geräte oft unter mise- rablen Arbeits- und Umweltstandards im globalen Süden hergestellt. Brin- gen sie uns in der Anwendung so viel soziale und ökologische Vorteile, dass diese Probleme ausgeglichen werden? Ich sehe durchaus einige Chancen der Digitalisierung, um etwa nachhaltigen Konsum durch Sharing statt Neukauf Halina Frederick, Leserin Ökonomische Logik Es ist ein schwerer innerer Kampf, Dinge zu verändern, von denen man weiß, dass man sie ändern müsste, oder umweltfreundliche Mobilität vo- ranzubringen. Aber von alleine wird das nicht kommen. Was ich daher ändern möchte? Erstens eine gesell- schaftliche Debatte anfachen zu der Frage „Welche Digitalisierung wollen wir?“. Damit wir erst Nachdenken und nicht „Digitalisierung first, Be- denken second“ praktizieren. Zwei- tens Politik und Nutzer dazu bewe- gen, die Digitalisierung viel stärker in eine nachhaltige Richtung zu lenken. Wir alle können sofort anfangen: Whatsapp deinstallieren, grüne Apps nutzen; Startpage statt Google für die Internetsuche nutzen; unsere Politi- ker auffordern, die Digitalisierung im Sinne des Gemeinwohls zu gestalten. Let’s do it: Eine andere Digitalisierung ist möglich. Dinge, die der Welt, in der wir leben, nicht guttun. Und trotzdem verän- dern wir nichts, weil unsere Wirt- schaft so funktioniert. Wenn man beruflich für ein Meeting nach Ös- terreich geschickt wird, morgens mit dem Billigflieger hin und am nächs- ten Tag ebenso zurück, wer wird da schon sagen: Darf ich den viermal so teuren Zug nehmen und länger von der Arbeit freigestellt sein, weil das besser für die Umwelt ist? Man sagt sich: Es ist ein Geschäftstermin, da muss ich hin. Und es ist eine Aus- zeichnung, dort hingeschickt zu wer- den. Viele Dinge will man also gar nicht verändern, aber ;77FRW2