+3 Magazin Juni 2014 - Page 17

DAS SAGTEN SIE JUNI 2014 Genau nicht über ein dickes Ego, nackten Ehrgeiz und Ellbogen – sondern indem man immer auch den Zweifel zulässt, den Selbstzweifel und den von außen, indem man Selbstkritik und die eigene Kritikfähigkeit wachhält, sich und seine Tätigkeit immer wieder infrage stellt, statt sich selbstgefällig zu feiern – und indem man sich immer wieder klarmacht, dass man nicht auf Kosten anderer gut, erfolgreich und glücklich mit seinem Beruf werden kann – sondern nur im Team. Jan Bosse 17 Ich lese immer „Beruf“ und „mein Beruf“?! Alle, die sich geäußert haben, füllten also lebenslang einen Beruf aus?! Das ist vielen Menschen nicht vergönnt (oder zugemutet). Ich bin nacheinander Lehrerin, Krankenpflegerin (meine Mutter wurde bettlägerig) gewesen, habe dann für die örtliche Zeitung Konzerte besprochen und nebenher Orgelunterricht genommen, um Organistin zu werden, womit ich bis heute (mit 75) in einer Kirchengemeinde angestellt bin. Was verband diese Berufe und könnte als „Berufung“ aufgefasst werden? Es war überall die Aufgeschlossenheit für andere Menschen, denen ich etwas vermitteln wollte, was sie bereicherte. Dazu fühle ich mich aufgerufen, das macht mich glücklich und leistungsfähig. Gudrun Rehmann Manche Menschen bekommen Mut und folgen bereits bei der Auswahl ihres Berufes der Stimme ihres Herzens. In meinem Leben gab es ein solches Geschenk, allerdings im Abstand von nahezu 20 Jahren, gleich zweimal: Zuerst Anwalt, Strafverteidiger. Und gegen alle damaligen Unkenrufe – trockene Paragrafen, zu viele Juristen, „Ganoven“ haben kein denn an wohl kaum etwas anderem hätte ich seinerzeit mehr Freude gehabt. Dann die Zäsur meines Lebens: Geld usw. – eine echte Berufung, der Tod meines ältesten Sohnes. Von da an ganz neue Wege: Mit über 50 noch einmal eine Au ؚ[[