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Judith Haas , Neurologin und Vorsitzende Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft ( DMSG )
Hoffnung nach dem ersten Schock
Andreas Dinkel , Leiter Psychosoziale Onkologie , Klinikum rechts der Isar München
Plötzlich Krebs
Die Krebsdiagnose kommt für viele Patienten aus heiterem Himmel . Sie sind zunächst geschockt , fühlen sich hilflos , reagieren ängstlich oder verzweifelt . Oft gelingt es ihnen dann , aus eigener Kraft oder mithilfe von Angehörigen und Freunden nach einer Weile wieder Fuß zu fassen . Im weiteren Verlauf können eine reduzierte Leistungsfähigkeit , Änderungen in der beruflichen Situation , eine notwendige Anpassung von persönlichen Zielen oder Belastungen in der Familie zu einer niedrigeren Stresstoleranz , depressiven Zuständen oder Ängsten führen . Die stärkste emotionale Belastung von Krebspatienten ist die Angst vor dem Fortschreiten oder Wiederauftreten der Erkrankung , was als Progredienzangst bezeichnet wird . Etwa 50 Prozent leiden daran oder einem allgemeinen Belastungserleben , dem Distress . Ihnen stehen vielfältige psychosoziale Versorgungsangebote zur Verfügung . In zertifizierten Krebszentren ist eine psychoonkologische Versorgung verpflichtend . Krebsberatungsstellen halten verschiedene Angebote für Patienten und Angehörige vor . Für manche Patienten stellen Selbsthilfegruppen eine wichtige Unterstützung dar . Leiden Patienten an einer psychischen Störung , können sie eine ambulante Psychotherapie in Anspruch nehmen . Seit der Corona-Pandemie sind einige Versorgungsangebote in reduziertem Umfang verfügbar . Patienten und Behandler haben aber auch mit Telefon- und Online-Therapie gute Erfahrungen gemacht – was viele positiv überrascht hat .
15.000 Menschen erhalten in Deutschland im Jahr die Diagnose Multiple Sklerose ( MS ). Ein Schock , der zahlreiche Fragen aufwirft – und zunächst mit vielen Ängsten verbunden ist . Wer sich dann aber unabhängig über die Erkrankung informiert , stellt schnell fest : MS ist nicht tödlich und führt auch nicht zwangsläufig in den Rollstuhl . Zwar ist MS noch immer nicht heilbar , in der Forschung sind allerdings in den letzten 30 Jahren große Fortschritte erzielt worden . Wichtig ist , dass Betroffene die Diagnose MS annehmen
. Denn MS , auch die fortschreitende Form , ist heute eine behandelbare Erkrankung . Mehr als 20 verschiedene Medikamente stehen zur Verfügung . Ein gutes Leben mit MS bedeutet aber nicht nur Freiheit von Krankheitsaktivität . Dazu gehört auch die bestmögliche symptomatische Therapie , eine Anpassung des Lebensstils und die sozialmedizinische Unterstützung zum Erhalt der Lebensqualität . Eine lebensbegleitende Erkrankung erfordert einen kontinuierlichen empathischen Austausch zwischen Arzt und Pati-
LEBENSRETTER So viele Menschen warten auf ein Spenderorgan
ANZAHL NACH BUNDESLÄNDERN
Saarland 94
BUNDESWEIT : 8.824
Martin Kriegelstein , Leser
Wenn ich mich so umschaue , hat jeder in meinem Umfeld irgendeine Diagnose . Die Frage ist , wie man sein Leben trotzdem weiterlebt .
Thomas Bucher , Leser
Rheinland- Pfalz 406
Bremen 77
Nordrhein-Westfalen 1.974
Auf Nummer sicher
Hessen 591
Schleswig- Holstein 358
Baden- Württemberg 1.062
Ich habe meine erste ernsthafte Diagnose vor über zehn Jahren bekommen : Herzrhythmusstörungen . Das wurde aber vom Hausarzt als Lappalie abgetan und nicht ernst genommen . Als ich dann ein Jahr später beim Treppensteigen keine Luft mehr bekam , habe ich eingesehen , dass ich der Sache auf den Grund gehen muss . Über mehrere Fachärzte ging die Diagnosereise , bis ich im Herzzentrum kompetent behandelt wurde . Leider hat die lange Untätigkeit schon dafür gesorgt , dass das Herz dauerhaft geschädigt war und eine Prognose , wie weit sich die Herzleistung wieder regenerieren
Hamburg 173
Niedersachsen 858
ent . Gemeinsam können die individuell passenden Entscheidungen zu Therapie und Lebensplanung getroffen werden . Persönliche Beratung und Hilfe in Notlagen finden MS- Betroffene in den Landesverbänden der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft . Für einen geschützten Austausch steht die Online-Plattform MS Connect bereit . Helfen Sie , MS-Betroffenen neue Perspektiven zu eröffnen .
Mehr Infos finden Sie unter : dmsg . de
Mecklenburg- Vorpommern 189
Sachsen-Anhalt 315
Thüringen 277
Bayern 1.211
Berlin 464
Brandenburg 327
Sachsen 435
Stand : 1 . Juni 2021
Quellen : TK , Eurotransplant
kann , hat niemand gewagt . Nach drei Eingriffen , bei denen Nervenbahnen , die für den falschen Rhythmus verantwortlich waren , isoliert wurden , habe ich jetzt seit einigen Jahren Ruhe . Rückblickend kann ich sagen , dass nicht die Eingriffe das Schlimmste waren , sondern die anfängliche Unsicherheit , wie das Leben mit der Diagnose weitergeht . Es macht einem auch bewusst , dass jede Kreatur sterblich ist und man nicht jeder Diagnose blind vertrauen sollte .
Ihr Name , Leserin
Was ist Ihre Meinung ?
Schreiben Sie uns , was Sie zu den kommenden Fragen auf der letzten Seite denken – vielleicht erscheinen Sie dann im nächsten Heft .
Linderung ist möglich
Rückenschmerzen sind die Volkskrankheit Nummer eins . Kein anderer Bereich des Körpers bereitet uns so viele Probleme wie unser Rücken . Vier von fünf Menschen in Deutschland haben im Laufe ihres Lebens mit Rückenschmerzen zu kämpfen . Bei circa 20 Prozent sind diese sogar akut und der Großteil erlebt dabei einen von wiederkehrenden Beschwerden geprägten Verlauf . Die Ursachen können dabei vielfältig sein . Neben Bewegungsmangel – heutzutage sitzen die Menschen wesentlich mehr als noch vor ein paar Jahrzehnten – bleibt uns im stressigen ( Berufs- ) Alltag oft kaum Zeit für sportliche Aktivitäten und der innere Schweinehund zieht Relaxen auf der Couch vor . Die gute Nachricht ist : Rückenschmerzen kann man verringern oder besser noch vorbeugen , indem man viele Dinge des alltäglichen Lebens rückenfreundlicher gestaltet . Sei es am Arbeitsplatz , im eigenen Zuhause oder für die Zeit unterwegs : Neben dem eigenen bewussten und achtsamen Verhalten gibt es viele Möglichkeiten , das persönliche Umfeld rückenfreundlich zu gestalten . Doch ist die Produktauswahl groß und die Entscheidungsmöglichkeiten zahlreich . Eine Orientierungshilfe bietet hierbei das Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken ( AGR ). In Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Expertenrat aus Ärzten und Therapeuten empfiehlt es nur Produkte , die nachweislich rückengerecht sind . So können Sie sich immer sicher sein , dass Sie Ihrem Rücken etwas Gutes tun .
Karin Unkrig , Leserin
Detlef Detjen , Geschäftsführer Aktion Gesunder Rücken ( AGR )
Frage des Geldes
Bei Schwerhörigkeit akzentuiert sich , was auch bei anderen Diagnosen hineinspielt und den weiteren Krankheitsverlauf wie auch die Behandlungen entscheidend beeinflusst : die finanziellen Mittel . Wer sich einen guten Akustiker suchen und ein unsichtbares Hörgerät leisten kann – das kostet so viel wie ein Kleinwagen – dessen Gehör wird optimal eingestellt und die Person weniger stigmatisiert . Er oder sie kann weiterhin Kopfhörer aufsetzen , mit der Bürste durchs Haar fahren oder eine Mütze abnehmen , ohne dass einem das kassenfinanzierte Gerät um die Ohren fliegt . Die anderen hören immer schlechter , bei eingeschränkter Hirnaktivität und sinkender Lebensqualität .