+3 Magazin Juli 2018 | Page 6

+1 So sie h ie t d Pro d ions ukt E I T E U N D SC HL AF w oche des Herausgebers 2 h zi n s a u 4 h 56 h Letzte Woche Oft fehlt mir die Zeit, mit meiner lus- tigen alten Nachbarin zu reden. „Ich muss weiter, ich habe keine Zeit“, sage ich dann. Und während sie mir etwas erzählt, denke ich daran, dass ich noch das Fahrradlicht reparieren und den Müll rausbringen muss. Dadurch, dass ich ihr nur mit halbem Ohr zuhöre, re- pariert sich das Fahrradlicht nicht und der Müll bleibt, wo er ist. In mir breitet sich der Gedanke aus: „Das Gespräch dauert mir zu lange, dafür fehlt mir die Zeit.“ Meistens fehlt mir auch die 33.472 Schri e 47 h 47 h Zeit, die Verkäuferin beim Bäcker wirklich anzuschau- en und wahrzunehmen. Ich kaufe ein Brot, in Gedanken bin ich aber schon bei den Aufgaben, die mich in den nächsten Stunden und später am Abend erwarten. Einen schönen Nachmittag wünscht sie mir zum Ab- schied. „Danke, Ihnen auch“, sage ich, während ich schon zur Tür rausgehe und daran denke, was ich heute noch erledigen und planen muss. Und wie- der bekomme ich das ungute Gefühl, mir fehlt die Zeit. Ja, mir fehlt sogar die Zeit, die man braucht, um ein Brot zu kaufen. Während dieser schönen, einfachen und eigentlich stressfreien Aufgabe. Dabei wird die Zeit ja nicht mehr, wenn ich eine Sache tue und da- bei an die nächste denke. Schaue ich die Verkäuferin aber wirklich an und bin mit meinen Gedanken nur in der Gegenwart, verschwindet plötzlich das Gefühl, keine Zeit zu haben. Die Zeit fehlt plötzlich gar nicht mehr, sie ist einfach da. Zeit zu haben ist manchmal so einfach, wie ein Brot zu kaufen. Ingrid Teunissen, Leserin Anne Kissner, Fitness-Youtuberin Weg mit den Ausreden kt - W e l t n e u h n egunge ukelbew a h c S , n u nen z belege Studien ch bei Erwachse m Tiefschlafen! u re a e n g n & lä führe rem Ein- schnelle .rocks t eetspo w .s w w w line a Hier on ga Innere Unruhe Ihr Bett einfach in ein Schaukelbett verwandeln, wie ein Baby schneller einschlafen und Ihre Tiefschlafphasen verlängern. Für mehr aktive Tageszeit und ein längeres, gesünderes Leben! er T estschläf ! werde n n melden Ma 2 h Karin Bauer, Leserin Besser schlafen, mehr Lebenszeit du +3 1 h 6 h Anzeige ro E des Jeder kennt das: Es fehlt die Zeit – für Familie, Kinder, Freunde, für sich selbst. Aufgabe der Politik ist es da- her, Rahmenbedingungen zu schaf- fen, damit Menschen ihr Leben nach ihren Wünschen gestalten können. Immer mehr junge Eltern entschei- den sich etwa dafür, die Familienar- beit gleichberechtigt aufzuteilen. Das unterstützen wir mit dem Elterngeld, dem Elterngeld Plus und dem Part- nerschaftsbonus. So können Mütter früher in den Job zurück und Väter werden unterstützt, wenn sie ihre Ar- beitszeit reduzieren möchten. Auch Kitas und Kindertagespflege sind sehr wichtig. Darum investieren wir in den kommenden vier Jahren 5.500 Milli- onen Euro in die Kindertagesbetreu- ung: für bessere Qualität und weniger Gebühren, für mehr Kapazitäten und Fachkräfte. Doch nicht nur mit kleinen Kindern ist die Zeit oft knapp, sondern auch, wenn die Eltern älter werden, wenn Angehörige Pflege brauchen. Leider ist es in der häuslichen Pflege wie in Pflegeheimen heute oft so, dass die Pflegerinnen und Pfleger nicht ge- nug Zeit haben, um sich ausreichend ARB Knappes Gut zu kümmern. Dabei wünschen sich alle Fachkräfte, nicht nach der Stoppuhr eine Satt-und-sauber-Pflege machen zu müssen. Und wir müssen mehr Menschen für den Pflegeberuf ge- winnen. Deshalb unterstützen wir die neue Pflegeausbildung, die ab 2020 startet mit Ausbildungsvergütung und ohne Schulgeld. Wir wollen dem Fach- kräftemangel entgegenwirken. Dazu gehören auch eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend › 6 rocks your sleep Zeit ist das Einzige, wovon wir Men- schen immer zu wenig zu haben schei- nen. Trotzdem glaube ich, dass wir es in der Hand haben zu entscheiden, was wir mit der wenigen Zeit anstel- len. Dabei bekomme ich immer wie- der zu hören, dass die Zeit für den Sport fehlt. Es gibt nun mal Wichti- geres, oder etwa nicht? Die Frage er- innert mich an meine Studentenzeit. Damals habe ich genau diese Ausrede immer vorgeschoben und so gut wie gar keinen Sport getrieben. Manch- mal braucht man eben einen Augen- öffner, der einem zeigt, dass es nie die Zeit war, die gefehlt hat, sondern die eigenen Prioritäten falsch gesetzt waren. Erst als ich diese überdacht hatte, konnte ich den Sport im Alltag unterbringen. Neben der geistigen Anstrengung am Schreibtisch gehör- te bald Sport einfach dazu. Ich spre- che nicht von einem Halbmarathon am Tag, sondern von einer kleinen Joggingrunde nach dem Feierabend, Fahrradfahren mit dem Partner oder Selbstbeschränkung Zeit kann nicht fehlen, nicht verloren sein, nicht zu viel sein, und wir können sie auch nicht haben. Zeit ist nur ein Konstrukt des Verstands, um die Tat- sache zu beschreiben, dass sich Dinge verändern. Es sind die eigenen Priori- täten, vermeintliche und tatsächliche Abhängigkeiten, die uns am freiheit- lichen Tun hindern. Wäre ich ohne meine Hindernisse, so würde ich jeden Tag auf einer Säuglingsstation die neu- geborenen Babys von drogenabhängi- gen Müttern in meinen Armen halten und schaukeln und wärmen. einem kurzen Intervalltraining in der Mittagspause. Letzteres ist genau das, was mich zum Sport gebracht hat und was ich noch heute meinen Zuschau- ern nahebringen möchte. 15 bis 30 Minuten körperliche Anstrengung am Limit setzt nicht nur Endorphine frei, sondern erlaubt es uns, den Körper auch mal auf Hochtouren zu bringen. Letztendlich muss man sich nur eins vor Augen führen: Zeit hat man nicht, Zeit macht man sich. Unser Körper ist das Wertvollste, was wir haben. Und genau dafür lohnt es sich, hin und wieder Zeit zu machen.