+3 Magazin Februar 2020 | Page 4

+1 4 WIE BLEIBT UNSER PLANET LEBENSWERT? WIR FRAGEN: ... und was ist Ihre Meinung? www.plus-drei.de [email protected] Jedes Jahr gelangen 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere – das entspricht etwa einer Lastwagenladung pro Minute. Quelle: WWF © iStock./Tunatura Thomas Reiter, Koordinator Internationale Agenturen, Europäische Weltraum- organisation (ESA) und ehemaliger Astronaut Neue Perspektive Gott sei Dank hat man trotz der vie- len Arbeiten an Bord der Raumsta- tion ein wenig Zeit, die Schönheit unserer Erde und des Weltalls zu ge- nießen. Gerade bei Außenbordarbei- ten wäre es natürlich schön gewesen, noch mehr Zeit zu haben, um diesen Anblick länger aufzunehmen. Näher als im Raumanzug kann man dem Weltall nicht sein. Wenn ich daran zurückdenke, dass ich 400 Kilometer über der Erde mit fast 28.000 Kilo- metern pro Stunde die Kontinente überquert habe, bekomme ich immer noch eine Gänsehaut. Als vor meinem ersten Außenbordeinsatz der Druck in der Luftschleuse abgesenkt wurde, bildete sich Kondensat, welches sich schnell zu Eiskristallen verwandelte. Nach Öffnen der Luke flogen die Eis- kristalle ins All und verschmolzen mit dem Sternenhimmel. Nach Verlassen der Luftschleuse drehte ich mich um und erblickte unsere Raumstation vor dem Hintergrund der langsam aufgehenden Sonne. Leider hatte ich nur ein paar Sekunden Zeit, aber die- sen Anblick werde ich nie vergessen. Natürlich hat sich auch der Blick auf unsere Erde bei mir eingeprägt. Alle 90 Minuten geht die Sonne auf und unter, aber das zu beobachten, wur- de nie langweilig. Dass all das Leben auf unserem Planet nur durch diese dünne Schicht der Atmosphäre ge- schützt wird, erschließt sich bei die- sem Anblick auf dramatische Weise. Trotz seiner Schönheit wirkt er in der schwarzen Unendlichkeit des Weltalls einsam. Dieser Planet ist alles, was wir haben, und muss beschützt werden. Anna Alex, Unternehmerin Grün ist möglich Die Bedrohung unserer Erde durch die globale Erwärmung wird immer greifbarer. Bilder der Brände im Ama- zonas und in Australien gehen um die Welt – und sie sind nur zwei Beispiele für die Zerstörung unseres Planeten. Statistisch gesehen haben wir noch genau zehn Jahre Zeit, die Klimakrise in den Griff zu bekommen. Während Australien brennt, treffe ich mich in Berlin mit einem befreundeten Unter- nehmer zum Mittagessen. Es dauert nicht lange, bis wir auf die Klimakrise zu sprechen kommen. Für uns beide ist klar, dass es die größte Herausfor- derung ist, der sich die Menschheit je gestellt hat. Bereits im Sommer 2019 habe ich mich den „Leaders for Climate Action“ angeschlossen, ei- ner Klimaschutzinitiative, die von mehr als 100 digitalen Unternehmern in Deutschland ins Leben gerufen wurde. Immer mehr Unternehmen, Einzelpersonen, Länder und Städte, bemühen sich, CO 2 -neutral zu wer- den. Der erste Schritt dahin ist, ihre Emissionen auszugleichen, sprich, sie investieren in Projekte, die woanders auf der Welt Kohlendioxid einsparen oder Wälder aufforsten. Allerdings ist dies nur ein erster Schritt – Ziel ist die Reduktion von CO 2 . Ich habe für mich erkannt, dass zwei fehlende Elemente im Kampf gegen die Klimakrise feh- lende Transparenz und fehlende Ins- trumente in den Unternehmen sind. Darüber haben wir beim Mittagessen gesprochen. Als Unternehmer ist un- sere natürliche Reaktion auf ein Prob- lem nicht, Geld zu spenden. Wir grün- den ein Unternehmen.